BP-Chef Hayward vor Rücktritt London (APA/ag.) - Die Tage von Tony Hayward als Chef von BP sind gezählt. Noch Montagabend sollte nach Angaben aus Kreisen bei einem Treffen des Direktoriums in London der Abgang des wegen der Ölpest im Golf von Mexiko stark in die Kritik geratenen Managers besiegelt werden.Der amerikanische BP-Manager Bob Dudley gilt als Favorit für die Nachfolge - er wäre der erste nicht-britische Chef des Ölmultis.
BP betonte, eine abschließende Entscheidung in der Sache sei noch nicht getroffen. Allerdings hat sich der Konzern vom bisherigen Wortlaut verabschiedet, wonach Hayward "das volle Vertrauen von BP" hat. BP wolle zu Spekulationen in Medien über Veränderungen im Management keine Stellung nehmen, hieß es nach diversen Presseberichten vom Wochenende über einen Rücktritt Haywards.
Die Geschäftszahlen dürften wegen der Milliarden-Kosten im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko schlecht ausfallen. Experten der Barclays Bank rechnen mit einem Verlust für das zweite Quartal von bis zu 13 Mrd. Dollar (10,1 Mrd. Euro); für die Rückstellungen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe hat BP demnach bis zu 25 Mrd. Dollar veranschlagt. Bisher war man von einem Anstieg des Gewinns von mehr als zwei Dritteln auf vergleichbarer Basis ausgegangen. BP selbst hatte die Kosten zuletzt auf wenige Milliarden Dollar beziffert.
Der 53-jährige Hayward steht sei längerem wegen des Umgangs des Ölmultis mit der Ölkatastrophe in der Kritik. Vor allem Äußerungen just nach dem Unglück, er wolle "sein Leben zurück", hatten für Unmut gesorgt. Presseberichten zufolge soll ihm sein Rücktritt mit mindestens 14,1 Mio. Euro versüßt werden.
Mit dem gebürtigen New Yorker Dudley würde BP erstmals von einem Amerikaner geführt. Der 54-Jährige leitet derzeit die Aufräumarbeiten von BP in der Ölkrise.
Unterdessen konnten die Arbeiten am Bohrloch wegen des besseren Wetters nach dem Durchzug eines Tropensturms wieder aufgenommen werden. Seit 15. Juli fließt dank eines provisorischen Verschlusses des Lecks kein Öl mehr ins offene Meer. Eine abschließende Lösung will BP durch Entlastungsbohrungen erreichen.
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