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Der ewige Rebell - Porträt Seifried

Klagenfurt (APA) - Der Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried (42) gilt als der "Parteirebell der Kärntner SPÖ". Schon wiederholt hat er - früher gemeinsam mit dem ehemaligen Landesparteisekretär Franz Großmann - öffentlich als Parteikritiker aufhorchen lassen. Vor allem nach jedem für die SPÖ nicht erfolgreichen Wahlgang hielt er mit seiner Meinung nicht zurück.

Dies war auch nach der im März 1999 unter dem damaligen Parteichef Michael Ausserwinkler verlorenen Landtagswahl der Fall. Seifried profilierte sich aber auch als Kritiker des Kurzzeit-Nachfolgers von Ausserwinkler, des Villacher Bürgermeisters Helmut Manzenreiter: Er trug wesentlich dazu bei, dass dieser schon nach wenigen Monaten wieder seinen Hut nahm. Melitta Trunk, die anschließend die Geschäfte der SPÖ-Kärnten führte, setzte durch, dass Seifried - ebenso wie die beiden anderen Manzenreiter-Kritiker Gerhard Mock und Gerhard Köfer - mit Sitz und Stimme in den Parteivorstand kooptiert wurden. An Sitzungen nahm der Wolfsberger jedoch nur selten teil und verzichtete schließlich ganz darauf.

Als im März 2000 Peter Ambrozy neuerlich Landesvorsitzender - in Ambrozys erster Periode von 1988 bis 1994 war Seifried einige Monate SPÖ-Pressereferent - wurde, übte Seifried postwendend Kritik an dieser Personalentscheidung und meinte: Ambrozy und Herbert Würschl als Landesgeschäftsführer seien "kein Zukunftsmodell", vielmehr hätten die "Beton-Sozialisten bekommen, was sie wollten". Er kündigte an, künftig einen "eigenständigen Wolfsberger Weg, unter dem Dach der SPÖ", gehen zu wollen. Der Parteivorstand reagierte darauf mit einer "ernsten Warnung".

Wie der "Wolfsberger Weg" aussieht, zeigte Seifried zwei Monate vor der Landtagswahl: Am 7. Jänner 2004 hob er gemeinsam mit Landeshauptmann Jörg Haider (F) die "Plattform Wolfsberg" - eine Kooperation zwischen SPÖ und FPÖ - aus der Taufe. Gleichzeitig betonte er, dass Haider wieder zum Landeschef gewählt werden müsse, sollte die FPÖ aus der Wahl als Nummer eins hervorgehen.

Seifried, geboren am 19. August 1961 in Wolfsberg, studierte in Wien Publizistik und Kunstgeschichte. Von 1986 bis 1989 war er als Redakteur bei der "Kärntner Tageszeitung" tätig, danach rund sieben Monate lang als Pressereferent der Kärntner SPÖ unter dem damaligen Vorsitzenden Ambrozy. Anschließend arbeitete er als freier Journalist mit dem Schwerpunkt ORF, wo er Anfang 1992 eine fixe Anstellung erhielt. Seifried hatte sich vor allem als Balkan-Kenner einen Namen gemacht und oftmals von diversen Kriegsschauplätzen berichtet.

Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Manfred Kraxner war Seifried Mitte Oktober 1997 in Wolfsberg als Quereinsteiger von der SPÖ als Bürgermeister-Kandidat namhaft gemacht worden. Er hatte in einer Umfrage der Partei von allen vier Bewerbern am Besten abgeschnitten. Am 11. Jänner 1998 setzte sich Seifried in der Nachwahl mit 63 Prozent klar gegen den von der Viererkoalition ÖVP, FPÖ, Grüne und Reformbewegung nominierten ÖVP-Stadtrat Siegfried Schüßler durch.

Am 9. März 2003 wurde er in der Direktwahl mit knapp 70 Prozent eindrucksvoll im Bürgermeisteramt bestätigt und sorgte gleichzeitig dafür, dass die SPÖ in der Bezirksstadt wieder über die absolute Mehrheit im Gemeinderat verfügt. Dazwischen war er nach dem Ausscheiden von Hans-Peter Schlagholz kurzfristig geschäftsführender Bezirksobmann von Wolfsberg, trat bei der Neuwahl allerdings nicht an. Begründung: "Um erfolgreich für Wolfsberg arbeiten zu können, muss ich nicht Bezirksobmann sein." Seifried ist verheiratet und Vater zweier Söhne.


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