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US-Börsen beenden den Handel mit deutlichen Verlusten


New York (dpa) - Die US-Börsen haben am Donnerstag sehr schwach geschlossen und damit unter der Unsicherheit über den Rettungsplan für die angeschlagene US-Autobranche gelitten. Auch deutliche Verluste bei den Finanzwerten drückten Händlern zufolge auf die Stimmung. "Einmal mehr zeigt sich, wie schwierig der Markt derzeit ist und wie sehr die Realwirtschaft aktuell die Finanzwerte belastet", kommentierte Giri Cherukuri, Leitender Händler bei OakBrook Investments.

Der Dow-Jones-Index büßte 2,24 Prozent auf 8565,09 Punkte ein. Der marktbreite S&P-500-Index sackte um 2,85 Prozent auf 873,59 Zähler ab. Der NASDAQ Composite-Index verlor 3,68 Prozent auf 1507,88 Punkte. Der NASDAQ 100 schloss mit minus 3,43 Prozent bei 1.180,46 Zählern.

Die Autohersteller standen ein weiteres Mal im Blick, nachdem das US-Repräsentantenhaus am Vorabend mit 237 gegen 170 Stimmen den Gesetzentwurf zur Stützung der Branche gebilligt hatte. Er sieht unter anderem 14 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) an Notkrediten für die drei großen Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler vor. Das Paket stößt jedoch bei skeptischen Senatoren aus dem republikanischen Lager weiter auf Widerstand. US-Präsident George W. Bush ermahnte indes diese Abgeordneten, dem Rettungsplan zuzustimmen. GM-Aktien verbilligten sich um 10,43 Prozent auf 4,12 US-Dollar, Ford-Titel sanken um 10,77 Prozent auf 2,90 Dollar.

Finanzwerte wurden von Aussagen des Chefs der Bank JPMorgan, Jamie Dimon, belastet. Dieser sieht im laufenden vierten Quartal keine Entspannung der Finanzkrise. Der November sei ein "schrecklicher" Monat im Handelsgeschäft gewesen und auch der Dezember laufe schlecht, sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Die Aktien sackten am Dow-Ende um 10,68 Prozent auf 29,94 Dollar ab. Auch die Papiere der Wettbewerber konnten sich dem Sog der negativen Nachrichten nicht entziehen. So fielen Bank of America um 10,67 Prozent auf 14,91 Dollar, und für die Citigroup ging es um 8,80 Prozent auf 7,57 Dollar nach unten.

Aktien von US Bancorp zählten ebenfalls zu den größten Verlierern. Sie fielen um 10,19 Prozent auf 24,85 Dollar. Das Unternehmen gab in Präsentationsunterlagen für die Börsenaufsicht SEC bekannt, dass es für das vierte Quartal mit Nettoabschreibungen in Höhe von 600 bis 650 Millionen Dollar rechnet.

Außerhalb der Finanzwelt gaben die Titel von Procter & Gamble nur um 0,91 Prozent auf 58,58 Dollar nach. Trotz des langsameren Wachstums soll der Gewinn im laufenden zweiten Quartal weiter bei 1,58 bis 1,63 Dollar je Aktie liegen, bekräftigte der Chef des Konsumgüter-Herstellers.

Der Flugzeugbauer Boeing verschiebt derweil erneut die Auslieferung seines neuen Langstreckenjets 787 "Dreamliner" um mehrere Monate. Als Gründe für die erneute Verzögerung führte der Airbus-Konkurrent den Mechaniker-Streik und weiter bestehende Probleme beim Bau des Flugzeuges an. Die Aktien sanken um 3,38 Prozent auf 40,27 Dollar. Papiere von Fluggesellschaften gaben wegen des höheren Ölpreises noch stärker ab. So verloren Titel der United- Airlines-Mutter UAL 8,98 Prozent auf 9,43 Dollar, und Continental- Papiere sackten um 8,12 Prozent auf 14,49 Dollar ab.

Angesichts des gestiegenen Preises für das "schwarze Gold" jedoch zählten Energietitel zu den wenigen Favoriten im Dow. So stiegen die Aktien von Chevron an der Indexspitze um 1,30 Prozent auf 79,46 Dollar, und Papiere von ExxonMobil notierten mit minus 0,06 Prozent auf 80,02 Dollar nahezu unverändert.

Der Euro sprang wegen Gewinnmitnahmen beim Greenback über die Marke von 1,30 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,3353 Dollar. Die US-Anleihen verbuchten angesichts der Verluste am Aktienmarkt Aufschläge. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen etwa legten um 18/32 Punkte auf 109 25/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,622 Prozent.
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