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Verdacht der Kursmanipulation - Durchsuchungen auch im Norden


Lübeck/Wiesbaden (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Lübeck und das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden ermitteln gegen eine Gruppe mutmaßlicher Betrüger, die Aktienkurse manipuliert haben sollen. Bei Durchsuchungen in mehr als 20 Wohn- und Geschäftshäusern in Norddeutschland und der Schweiz sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, sagte die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Wenke Alm, am Donnerstag. Die Verdächtigen sollen wertlose Unternehmen in weniger streng geregelten Segmenten der Deutschen Börse (Open Market und Entry Standard) gebracht und deren Aktienkurse betrügerisch in die Höhe getrieben haben.

Vier der Verdächtigen haben nach Angaben Alms ihre Wohn- beziehungsweise Firmensitze im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Lübeck. Sie sollen Firmenkonglomerate aufgebaut haben, indem sie eigentlich wertlose Firmen an die Börse gebracht und deren Aktienkurse durch wechselseitigen Handel in die Höhe getrieben haben. Außerdem sollen sie zielgerichtet Pressemitteilungen und sogenannte Börsenbriefe verschickt haben, in denen sie die Unternehmen Anlegern zum Kauf empfohlen haben. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, über die vier Angeschuldigten weitere Tatverdächtige zu ermitteln, sagte Alm.

An den Ermittlungen und Durchsuchungen, deren Schwerpunkt in Norddeutschland lag, waren neben dem BKA und den Landeskriminalämtern Kiel und Hamburg auch die Schweizer Kriminalpolizei und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beteiligt. Im Verlauf der Aktionen stoppte die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) vorübergehend den Freihandelsverkehr und veranlasste bei einigen sogenannten Market Makern unangemeldete Buchprüfungen.

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