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Japans Bankaktien brechen ein - Regierung kündigt Gegenmaßnahmen an
Tokio (dpa) - Angesichts dramatischer Kurseinbrüche an der Börse in Tokio hat der japanische Regierungschef Taro Aso am Montag seine Regierung mit der unverzüglichen Ausarbeitung von Gegenmaßnahmen beauftragt. Der Markt müsse stabilisiert werden, da die Aktienkurse stark die Realwirtschaft beeinflussten, erklärte Aso. Der Nikkei- Index für 225 Werte stürzte um 6,36 Prozent auf 7162,90 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren. Heftige Verluste bei Titeln japanischer Banken ließen auch den breit gefassten TOPIX um 7,40 Prozent auf 746,46 Prozent fallen.

Dazu trugen Medienberichte bei, wonach japanische Großbanken angesichts des Wertverfalls ihrer Aktienbestände Kapitalerhöhungen planen, darunter Japans Megabank Mitsubishi UFJ. Die Nachricht war ein weiterer "Schlag in die Magengrube" der Investoren, wie es ein Analyst ausdrückte, weil sie bislang davon ausgingen, dass Japans Großbanken von der Finanzkrise kaum betroffen sind. Den Berichten nach plant die Mitsubishi UFJ, ihr Kapital durch Ausgabe neuer Aktien um bis zu einer Billion Yen (rund 8,4 Milliarden Euro) aufzustocken.

Eine solche Kapitalerhöhung entspräche vom Umfang her dem Kapitalrückgang bei der Mitsubishi UFJ als Folge des kürzlichen Einstiegs des Instituts bei der US-Bank Morgan Stanley. Daneben erwägen auch die Mizuho Financial Group und die Sumitomo Mitsui Financial Group, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen, wie die gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Montag berichtete. Zwar geht das Risiko eines Zusammenbruchs japanischer Großbanken laut Analysten gegen Null. Dennoch setzen die jüngsten Kursstürze an der Börse den Geldinstituten schwer zu.

Zu den von der Regierung nun erwogenen Maßnahmen gehört der Aufkauf von Aktienbeständen der Bank durch die 2002 gegründete staatliche Shareholdings Purchase Corp. Finanzminister Shoichi Nakagawa erklärte zudem, er hoffe, dass auch Japans Zentralbank wieder den Geldhäusern Aktien abkaufen wird.

Des weiteren will die Regierung mehr Mittel zur Rekapitalisierung von Regionalbanken bereitstellen. Statt zwei Billionen Yen soll die Obergrenze für solche staatlichen Finanzspritzen für angeschlagene Bankinstitute laut Medien zehn Billionen Yen betragen. Die Regierung hatte zuvor dem Parlament einen Gesetzesentwurf zur Wiederaufnahme öffentlicher Finanzspritzen für Banken vorgelegt.

Zu den weiteren erwogenen Maßnahmen gehören verschärfte Vorschriften für sogenannte Leerverkäufe von Aktien. Solche Geschäfte, bei denen der Verkäufer die Wertpapiere zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht besitzt, werden für die jüngsten Kursrückgänge mit verantwortlich gemacht. Premier Aso regte laut Medien ferner an, die Anforderungen für das Eigenkapital der Banken zu lockern.

An der Börse in Tokio stürzten die Aktien von Mitsubishi UFJ am Montag um ihr zulässiges Tageslimit von 100 Yen oder fast 15 Prozent auf 583 Yen. Die Papiere der Mizuho Financial Group stürzten ebenfalls um ihr Tageslimit von 40 000 Yen oder fast 15 Prozent auf 230 000 Yen. Nicht anders erging es Sumitomo Mitsui, die um das zulässige Limit von 50 000 Yen oder mehr als 11 Prozent auf 385 000 Yen abstürzten.
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