logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
US-Aktienmarkt schließt nach schwachen Arbeitsmarktdaten im Minus


New York (dpa) - Nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten haben die US-Börsen am Freitag in der Verlustzone geschlossen. In den USA stieg die Arbeitslosenquote im Dezember unerwartet deutlich, und auch die Zahl der Beschäftigten fiel stärker als erwartet. Insofern sorgten sich die Investoren um eine weitere Abschwächung der Konjunktur, sagten Händler. Zudem fürchteten die Anleger nun, dass die Unternehmen ihre Gewinnausblicke senken könnten.

Der Dow-Jones-Index sank um 1,64 Prozent und ging bei einem Stand von 8599,18 Punkten aus dem Handel. Damit beendete der Leitindex die erste volle Handelswoche des Jahres mit einem satten Minus von 4,82 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index gab um 2,13 Prozent auf 890,35 Zähler nach. Der NASDAQ Composite-Index verzeichnete Abschläge von 2,81 Prozent auf 1571,59 Punkte. Für den NASDAQ 100 ging es um 2,36 Prozent auf 1.223,01 Zähler nach unten.

Citigroup-Papiere sackten am Dow-Ende um 5,73 Prozent auf 6,75 US- Dollar ab. Die ohnehin durch die Finanzkrise kräftig angeschlagene Bank wird durch die Insolvenz des amerikanisch-niederländischen Chemiekonzerns Lyondell-Basell zusätzlich belastet. Bei der Citigroup steht das Unternehmen mit rund zwei Milliarden Dollar in der Kreide.

Die Anleger straften die Titel des US-Bankhauses Händlern zufolge auch wegen einer Personalie ab. Der frühere US-Finanzminister Robert Rubin tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Berater zurück. In einem Schreiben an Citigroup-Chef Vikram Pandit räumte Rubin ein, dass er die gegenwärtigen Verwerfungen an den Finanzmärkten nicht früh genug erkannt habe.

Schließlich will die Citigroup ihr Handelsgeschäft laut einem Medienbericht mit dem der Investmentbank Morgan Stanley zusammenlegen. Beide Unternehmen führten entsprechende Gespräche, berichtete der Fernsehsender CNBC. Geplant sei ein Gemeinschaftsunternehmen. Aktien von Morgan Stanley gewannen gegen den negativen Markttrend 1,28 Prozent auf 19,06 Dollar.

Papiere von Chevron fielen indes um 1,91 Prozent auf 72,82 Dollar. Der zweitgrößte US-Ölkonzern erwartet für das vierte Quartal einen deutlich niedrigeren Gewinn als die im dritten Jahresviertel erreichten 7,9 Milliarden Dollar. Grund seien die gesunkenen Preise für Rohöl und Gas. Brian Youngberg, Analyst für Energie- und Versorgertitel bei Edward Jones, schränkte zwar ein, dass die Anleger keine großen Erwartungen an das Quartal gestellt hätten. Dennoch seien die Zahlen schwächer als vom Markt vorhergesagt ausgefallen. Titel des Wettbewerbers ExxonMobil gaben um 1,92 Prozent auf 77,57 Dollar nach.

Einen regelrechten Kurssturz um 39,24 Prozent auf 11,24 Dollar mussten Aktionäre von Rambus hinnehmen. Das Lizensierungsunternehmen hat in einem Patentstreit mit dem Rivalen Micron Technology eine Niederlage vor Gericht erlitten. Dessen Papiere verbilligten sich um 3,52 Prozent auf 3,29 Dollar.

Papiere von Genentech hingegen rückten um 2,30 Prozent auf 86,34 Dollar vor. William Lefkowitz, Stratege beim Handelshaus vFinance Investments, verwies als Antrieb auf Spekulationen, wonach der Schweizer Pharmakonzern Roche sich weitere Finanzmittel gesichert habe, um das Gebot für den Biotech-Pionier zu erhöhen.

Die Aktien von Palm setzten derweil ihren Höhenflug vom Donnerstag fort und schossen um weitere 33,93 Prozent auf 5,96 Dollar in die Höhe. Viele Analysten zeigten sich begeistert von dem neuartigen Mobiltelefon Palm Pre, mit dem der Taschencomputer-Pionier ein Comeback starten und die Vorherrschaft des iPhone und des Blackberry im Smartphone-Markt brechen will.

Der Euro gab nach und notierte zuletzt bei 1,3495 US-Dollar. Bereits am Nachmittag war die Gemeinschaftswährung trotz der enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt unter die Marke von 1,35 Dollar gerutscht. Viele Investoren hätten aber mit einem noch viel stärkeren Rückgang der Beschäftigtenzahlen gerechnet, sagten Börsianer. Angesichts der schwachen Aktienmärkte kletterten richtungsweisende zehnjährige US-Anleihen zuletzt um 18/32 Zähler auf 111 29/32 Punkte.  << zurück zur Übersicht