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DAX schwach - Banken belasten


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienindex DAX hat die Talfahrt der Vorwoche wieder aufgenommen und am Montag schwach geschlossen. Belastet von Kursverlusten bei den Bankaktien fiel der Leitindex der deutschen Börse nach einem freundlichen Start im Tagesverlauf immer tiefer ins Minus und beendete den Handel schließlich mit minus 1,15 Prozent auf 4316,14 Punkten. Zwischenzeitlich war der DAX bis auf 4249,91 Punkte gerutscht und damit unter die Marke von 4300 Zählern gefallen. Der MDAX gab 1,56 Prozent auf 4999,88 Zähler nach, der TecDAX verlor 0,70 Prozent auf 467,88 Punkte.

"Auch zu Beginn dieser Woche standen die Banken im Mittelpunkt", sagte ein Aktienhändler. "Die Nervosität steigt und die schlechte Stimmung in der Branche hat auch die anderen Titel mitgerissen. Die Verluste im DAX gehen von den Banken aus und es steigt die Furcht vor weiteren Hiobsbotschaften."

Händlern zufolge dämpften Berichte über eine anrollende Abschreibungswelle und der Rekordverlust bei der Royal Bank of Scotland (RBS) die Stimmung im Finanzsektor. Der "Spiegel" hatte berichtet, von "toxischen Wertpapieren" im Volumen von knapp unter 300 Milliarden Euro aus den Büchern von 20 Großbanken seien erst rund ein Viertel abgeschrieben worden. Ein Börsianer sagte: "Das ist ein Fass ohne Boden". Das Finanzministerium bestätigte die Studie, aber nicht die Zahlen. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bleibt auch bei seinem "Nein" zu einer staatlichen "Bad Bank", die risikoreiche Wertpapiere von der Finanzwirtschaft aufkauft.

Mit einem Verlust von 13,29 Prozent auf 7,50 Euro sackten die Postbank-Titel ans DAX-Ende. Die Aktien der Deutschen Bank verloren 10,59 Prozent auf 17,90 Euro. "Die Postbank ist derzeit mit ihrer Kursbewegung eng an die Deutsche Bank gekoppelt - nach dem Motto: Mit gehangen, mit gefangen. Zudem ist die Fantasie aus der Aktie völlig raus", sagte ein Händler. Derzeit herrsche große Unsicherheit am Markt, in welche Richtung sich die Deutsche Bank künftig orientieren will.

Aktien von Infineon Technologies stiegen hingegen mit plus 15,60 Prozent auf 0,815 Euro an die DAX-Spitze. Kurstreibende Nachrichten gebe es nicht, sagten Aktienhändler, die Titel seien "inzwischen ein reines Zockerpapier und die Kursbewegungen völlig willkürlich".

Der Kurs der Deutschen Post stemmte sich nach guten Zahlen gegen den Abwärtstrend des Gesamtmarktes und stieg um 0,64 Prozent auf 9,48 Euro. Der Logistiker hatte 2008 dank einer Kostensenkungskur das mehrfach gesenkte Gewinnziel erreicht. BASF-Aktien gaben hingegen 4,55 Prozent auf 22,68 Euro nach. Der weltgrößte Chemiekonzern steckt tiefer in der Absatzkrise als erwartet und führt an ersten Standorten Kurzarbeit ein.

Im MDAX spiegelte sich die Schwäche des Finanzsektors im Kursrutsch der Aareal Bank wider. Die Aktie brach um 24,25 Prozent auf 3,81 Euro ein. Wincor Nixdorf stiegen mit plus 8,66 Prozent auf 36,52 Euro an die Index-Spitze. Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller trotze im Auftaktquartal 2008/2009 der weltweiten Krise und überraschte mit einem Umsatz- und Ergebnisplus positiv.

Der EuroSTOXX 50 gab um 1,27 Prozent auf 2252,39 Punkte nach. Auch die Aktienmärkte in Paris und London schlossen mit Verlusten. Die Börsen in den USA blieben an diesem Montag wegen des Feiertags "Martin Luther King Day" geschlossen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,93 (Freitag: 2,85) Prozent. Der Rentenindex REX fiel um 0,08 Prozent auf 122,188 Punkte. Der Bund Future verlor 0,57 Prozent auf 125,14 Zähler. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3182 (Freitag: 1,3270) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7586 (0,7536) Euro.
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