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US-Börsen zu Obamas Amtseinführung mit schweren Verlusten


New York (dpa) - Steiler Absturz statt "Obama-Rallye": Die US-Börsen haben zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama unerwartet schwere Verluste erlitten. Die Einbußen trafen am Dienstag fast alle Branchen, besonders Banken-Titel verdarben angesichts der anhaltenden Finanzkrise die Festtagsstimmung auf dem New Yorker Parkett. "Während in Washington viel von Hoffnung die Rede war, herrschte hier an der Wall Street Krisenalltag", sagte ein Händler.

Der Dow-Jones-Index verlor 332 Punkte und fiel um 4,01 Prozent auf 7949,09 Zähler. Der S&P-500-Index brach um 5,28 Prozent auf 805,22 Punkte ein. Der NASDAQ-Index stürzte um 5,78 Prozent auf 1440,86 Zähler in die Tiefe. Die Märkte erlebten ihren schlimmsten Tag seit Anfang Dezember. Am Montag waren die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen geblieben.

"Die entscheidende Frage ist jetzt, was Obama nun genau zur Rettung der Konjunktur unternimmt - und wie schnell", sagte ein Börsianer in New York. Mit Kollegen verfolgte er die Amtseinführung gespannt auf TV-Bildschirmen. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte, so charismatisch Obama auch sei, "einen Zauberstab hat auch er nicht, mit dem die zahlreichen Probleme über Nacht gelöst werden könnten".

Bei den schwer gebeutelten Finanztiteln setzten die Citigroup (minus 20 Prozent) und die Bank of America (minus 29 Prozent) ihre beängstigende Talfahrt fort. Die erst am Freitag verkündeten Stützungspläne halfen den zwei Häusern nichts. Bei der Citigroup, die ihre Dividende fast komplett zusammenstrich, spekulierte der Markt erneut über eine Verstaatlichung. Die Kursverluste weckten Erinnerung an die lebensbedrohliche Abwärtsspirale einiger Banken im vergangenen Herbst.

Technologieaktien standen auch wegen des Preisverfalls in der Chipbranche unter Druck. Zu den Verlierern bei den Schwergewichten zählten etwa Intel (minus 6,4 Prozent), und Microsoft (minus 6,2 Prozent). Google (minus 5,7 Prozent) kündigte wegen der Wirtschaftskrise den Stopp des Verkaufs von Printanzeigen an.

Der nicht börsennotierte Autobauer Chrysler schließt eine Allianz mit dem Fiat-Konzern, der zunächst mit 35 Prozent beim drittgrößten US-Hersteller einsteigt. Für die Rivalen General Motors (minus 11 Prozent) und Ford (minus 2,7 Prozent) ging es weiter bergab.

Vergleichsweise glimpflich kam der Kosmetik- und Medizin-Konzern Johnson & Johnson (minus 1,2 Prozent) davon. Nach einem kräftigen Ergebnissprung im Schlussquartal 2008 blieb das Unternehmen mit seinen Aussichten für das laufende Jahr unter den Markterwartungen.

Die Rentenmärkte standen ebenfalls unter Druck. Richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verbilligten sich um einen viertel Punkt. Die Rendite stieg auf 2,369 Prozent. Der Euro fiel weiter deutlich auf 1,2892 Dollar nach 1,3103 Dollar am Vortag. dpa ck/fd xx z2 fi
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