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Deutsche Aktien schließen mit Verlusten


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag Verluste erlitten. "Der Markt befindet sich in der Hand kurzfristig orientierter Händler und die fundamentalen Käufe fehlen, weshalb die Entwicklung auch so volatil ist", konstatierte Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Durchwachsene US-Daten gaben dem DAX keine Impulse. Der Leitindex büßte per Schlussstand 2,70 Prozent auf 4407,56 Zähler ein. Der MDAX ging 1,17 Prozent niedriger bei 5180,62 Zählern aus dem Handel. Kursverluste von 1,64 Prozent auf 490,55 Punkte musste der TecDAX verkraften.

Der Halbleiter-Konzern Infineon sieht für das laufende Jahr weiter schwarz. Laut Aussagen auf der Hauptversammlung sei 2009 auf jeden Fall ein Umsatzrückgang von mindestens 15 Prozent zu erwarten. Zudem rechnet das Unternehmen damit, dass Infineon aufgrund des gesunkenen Börsenwerts den DAX bald verlassen muss. Die Aktie büßte 4,61 Prozent auf 0,725 Euro ein und war damit eine der schwächsten Werte im DAX.

Im MDAX meldete der Handels- und Touristikkonzern Arcandor für das erste Geschäftsquartal ein leichtes Umsatzplus, zog zugleich aber seine Prognosen für das Gesamtjahr 2008/09 zurück. Der gesenkte Ausblick "ist zwar eine Enttäuschung, kommt aber angesichts des aktuellen konjunkturellen Umfelds nicht ganz unerwartet", kommentierte ein Analyst. Die Aktie schloss 5,38 Prozent höher bei 1,96 Euro. Europas größte Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) rutschte wegen des scharfen Kupferpreiseinbruchs im ersten Geschäftsquartal erstmals seit fünf Jahren wieder in die Verlustzone, rechnet für das laufende Geschäftsjahr aber mit einem positiven operativen Ergebnis. "Bei den geringen Umsätzen heute reichen solche leicht positiven Nachrichten schon für Kursgewinne", sagte ein Händler. Die Aktien rückten um 1,89 Prozent auf 25,36 Euro vor.

Positiv wurden auch die Aussagen des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister aufgenommen, dessen Aktie 1,32 Prozent auf 6,13 Euro gewann. Im Schlussquartal 2008 brachen zwar die Bestellungen ein, doch seine Jahresziele erreichte das Unternehmen trotzdem und setzte damit neue Rekordmarken. Die Dividende soll nun von 0,35 auf 0,40 Euro pro Aktie angehoben werden. Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum hält nach einem Umsatz- und Gewinnplus im abgelaufenen Geschäftsjahr an seinen Zielen für 2009 fest. Überraschungen gab es bei den vorgelegten Eckdaten laut einem Händler nicht. Die Aktie stieg um 0,77 Prozent auf 15,62 Euro.

Der EuroSTOXX 50 gab um 2,33 Prozent auf 2214,95 Zähler nach. Auch Paris schloss sehr schwach, während in London die Abschläge moderater ausfielen. Der US-Leitindex Dow Jones büßt zum Handelsschluss in Europa knapp zwei Prozent ein.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,87 (Vortag: 3,00) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,76 Prozent auf 121,43 Punkte. Der Bund Future gewann 0,80 Prozent auf 124,81 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2833 (Mittwoch: 1,2938) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7792 (0,7729) Euro.
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