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Deutsche Aktien leiden deutlich unter Gewinnmitnahmen


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach der erwarteten Leitzinssenkung der EZB und mit den schwachen US- Börsen deutlich ins Minus gerutscht. Beim DAX zeigte der Schlusskurs Verluste von 6,84 Prozent auf 4813,57 Zähler an. Zwischenzeitlich hatte der DAX einen Teil seiner Abschläge wieder wettmachen können, nachdem die Bank of England ihren wichtigsten Zinssatz überraschend stark gesenkt hatte. Der MDAX fiel um 5,83 Prozent auf 5561,65 Punkte. Für den TecDAX ging es um 8,63 Prozent auf 522,49 Zähler nach unten. Marktstratege Roland Ziegler von BHF Capital Management zufolge haben die Anleger den EZB-Zinsentscheid und die starken Kursanstiege der vergangenen zwei Wochen für Gewinnmitnahmen genutzt.

Die Titel von adidas verbilligten sich trotz erwartungsgemäßer Zahlen um 10,14 Prozent auf 61,87 Euro, da der Sportartikelhersteller seinen Ausblick für das kommende Jahr zurückgezogen hatte. Ebenfalls schwach präsentierten sich die Titel der Commerzbank mit minus 12,40 Prozent auf 8,545 Euro. Laut einem Analysten belastet die Meldung vom Vortag, wonach die EU-Kommission Vorbehalte gegen die staatliche Kapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro für das Finanzinstitut hat.

Papiere von Henkel fielen um 7,01 Prozent auf 21,63 Euro. Das Zahlenwerk des Konsumgüterherstellers stieß bei Marktteilnehmern auf ein unterschiedliches Echo. Aktien der Deutschen Telekom hielten sich hingegen nach Zahlen besser als der Gesamtmarkt und gaben nur 3,81 Prozent auf 11,11 Euro ab. Commerzbank-Analystin Heike Pauls sprach angesichts des überraschenden Ergebnisanstiegs von einem "soliden Quartal".

Im MDAX schossen ALTANA-Titel um 37,91 Prozent auf 12,95 Euro hoch. Die Milliardärin Susanne Klatten will den Chemiekonzern für rund 910 Millionen Euro komplett übernehmen. Marktteilnehmer halten die Offerte indes für zu niedrig und gehen von einer Aufstockung aus. Papiere von ProSiebenSat.1 Media fielen dagegen nach negativ aufgenommenen Quartalszahlen und der Streichung des Jahresgewinnziels um 8,20 Prozent auf 2,35 Euro. Der Werkzeugmaschinenbauer GILDEMEISTER ist angesichts der Ausweitung der Finanzkrise vorsichtiger für das kommende Jahr geworden, was der Aktie Verluste von 15,89 Prozent auf 7,20 Euro einbrachte.

Fuchs Petrolub senkte derweil nach Zahlen den Gewinnausblick deutlich. Die Aktie des Schmierstoffherstellers brach um 14,09 Prozent auf 30,43 Euro ein. Fraport-Titel fielen um lediglich 1,18 Prozent auf 26,78 Euro. Der Flughafenbetreiber hält nach Zahlen für die ersten neun Monate an seinem Jahresgewinnziel fest. Im TecDAX fielen die Titel von Drägerwerk um 12,61 Prozent auf 28,49 Euro. Analysten und Händler sagten, vor allem der Ausblick des Medizin- und Sicherheitstechnik-Herstellers sorge für Unsicherheit. Der Laserspezialist ROFIN-SINAR hatte im Schlussquartal mehr Geschäft gemacht und dabei die Erwartungen übertroffen. Die Aktie hielt sich mit minus 3,13 Prozent auf 17,35 Euro besser als der TecDAX

Der EuroSTOXX 50 schloss mit Abschlägen von 6,22 Prozent bei 2542,04 Zählern. Auch in Paris und London kam es zu deutlichen Kursverlusten. Der New Yorker Dow Jones lag zum Handelsschluss in Europa ebenfalls in der Verlustzone.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,61 (Vortag: 3,63) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,30 Prozent auf 119,02 Punkte. Der Bund Future legte um 0,38 Prozent auf 117,49 Zähler zu. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2770 (1,2870) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7831 (0,7770) Euro  << zurück zur Übersicht