logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Erste rät zu "Stock Picking" bei Osteuropa-Aktien


Wien (APA) - Die Erste Group rechnet für heuer mit einer moderat günstigen Marktstimmung in Osteuropa, rät aber zu selektivem Vorgehen beim Kauf von Aktien. In der am 5. Jänner veröffentlichten Aktienstrategie befürwortet das Institut "Stock Picking als zentrale Anlagestrategie".

Die in acht Ländern Osteuropas vertretene Bank erwartet in diesem Raum 2011 ein Wachstum von 2,9 Prozent, für 2012 wieder eines von 3,8 Prozent. Damit liegt man zwar doppelt so hoch wie im Euroraum, aber deutlich unter den vor 2008 verbreiteten Prognosen. "Vor der Krise haben wir ein Potenzialwachstum von 5 Prozent angenommen, heute gehen wir von 3 Prozent aus", sagte Juraj Kotian, Erste-Analyst für die Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas. "Ich bin mir nicht so sicher, ob das (hohe) Wachstum vor der Krise gesund war, in Zukunft sollte es stabiler ausfallen", sagte Henning Eßkuchen, ein Autor des vorgestellten Aktien-Researchberichts.

Die Konjunktur werde dieses Jahr stärker als bisher vom privaten Binnenkonsum abhängen, glaubt man in der Bank. Eßkuchen erwartet für heuer, dass die Gewinne der Unternehmen um 23 Prozent wachsen werden und empfiehlt sogenannte Zykliker, also Unternehmen die in hohem Ausmaß von der Konjunktur abhängig sind. Die Bewertungen der Aktien sieht man trotz bereits erfolgter Aufwärtsbewegung noch 20 Prozent unter dem historischen Schnitt, es "gibt da noch Luft nach oben". Grundsätzlich erwartet die Erste ein positives Aktienjahr in Osteuropa.

Erholungszeichen in Ungarn

Allerdings ortet die Erste vielerorts Sonderthemen - etwa in Ungarn, das fundamental Erholungszeichen zeigt. Die längerfristige wirtschaftspolitische Strategie der neuen Regierung Orban sei unklar, mehr Information erwarte man sich erst Ende Februar, sagte Eßkuchen, der Budapest "Kreativität" bescheinigte. Für Polen rechnet die Erste mit Zentralbank-Maßnahmen, die Liquidität abschöpfen. Darüber hinaus würden budgetäre Sparmaßnahmen und nachteilige Auswirkungen durch eine Pensionsreform erwartet. Votum: "Neutral mit unsicherem Trend in Richtung übergewichten".

Für Tschechien lautet die Einschätzung "neutral bis untergewichten". Übergewichten soll der Anleger dagegen Russland und die Türkei. Für die südosteuropäischen Märkte spreche, dass sie aktuell noch inadäquat (unterhalb des "fairen Niveaus") bewertet seien. Rumänien und Kroatien werden nach Meinung der Erste heuer aus der Rezession kommen.

In einem Exkurs berechnen die Erste-Analysten, wie die Pensionslasten der osteuropäischen Länder aussehen würden, wenn sie diese wie ein privates Unternehmen bewerten müssten. Hauptergebnis: Obwohl CEE eine ähnliche Demografie wie die Eurozone hat, ist das Gesamtproblem wegen geringerer Verschuldung etwas weniger drückend.

 << zurück zur Übersicht