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Börsen in rot: Rezessionsangst lässt Anleger flüchten


Frankfurt/Tokio/New York (dpa) - Die Angst vor den schlimmen Folgen einer Rezession lässt die Anleger von den Börsen flüchten. Die Aktienmärkte gingen am Donnerstag weltweit auf steile Talfahrt. Die Investoren leiten ihr Geld lieber in den sicheren Hafen von Staatsanleihen um. Die US-Börse war am Vortag eingebrochen.

Der DAX verlor bis Donnerstagmittag 2,61 Prozent auf 4240 Punkte. "Es herrscht eine ziemliche Ausverkaufsstimmung", kommentierte Susanne Lahmann, Marktstrategin der Bremer Landesbank die Lage. Am härtesten traf es im DAX die Aktie Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE), die um 15,35 Prozent auf 2,15 Euro einbrach. Börsianer verwiesen auf Nachwirkungen negativer Analystenkommentare.

Auch andere Bankaktien notierten tief im Minus. So verlor die Aktie der Deutschen Bank 7,60 Prozent, das Papier der Commerzbank sackte um 5,40 Prozent ab. Auch europaweit mussten Papiere aus der Finanzbranche ähnliche Abschläge hinnehmen. Auslöser waren Ängste, es könnten weitere hohe Abschreibungen anstehen.

In Japan fiel der Leitindex Nikkei um 6,89 Prozent Prozent auf 7703,04 Punkte. Es war der höchste Tagesverlust seit einem Monat. Die Anleger sorgen sie um die Geschäftsaussichten für die stark vom Export abhängigen japanischen Unternehmen.

Der Dow-Jones-Index war an Vortag um 5,07 Prozent auf 7997,28 Punkte eingebrochen. Neben der Sorge um die Entwicklung in Autoindustrie und Finanzbranche verdarb die Angst um die Konjunktur die Stimmung. Die US-Verbraucherpreise sind im Oktober in einem Rekordtempo um 1,0 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste monatliche Rückgang seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947. Auf dem Immobilienmarkt brach zudem die Zahl der Baugenehmigungen überraschend deutlich ein, die Baubeginne nahmen ebenfalls weiter ab.

Die chinesischen Börsen schlossen ebenfalls niedriger. Der Shanghai Composite Index fiel um 1,67 Prozent auf 1983 Punkte. Die sinkenden Ölpreise drückten Aktienkurse chinesischer Energieunternehmen wie China Shenhua Energy oder PetroChina. Die Kursverluste in China waren aber insgesamt nicht so groß, weil Aktien von Textilunternehmen zulegen konnten, nachdem die Regierung Steuerrabatte für Exporteure angekündigt hatte. Hoffnungen auf eine baldige Einführung der dritten Mobilfunkgeneration in China halfen Aktien von Telekommunikationsfirmen.
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