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DAX schließt erneut sehr schwach - Wochenverlust von 12,4 Prozent


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Leitindex DAX hat am Freitag nach einer Berg- und Talfahrt sehr schwach geschlossen. Ein wesentlicher Grund für die Kurskapriolen sei der Verfallstermin an der Derivatebörse Eurex gewesen, sagten Händler. Zudem habe weiterhin hohe Nervosität geherrscht. Der DAX verlor 2,20 Prozent auf 4127,41 Punkte und büßte damit im Wochenverlauf insgesamt 12,4 Prozent ein. Der MDAX ging mit minus 0,37 Prozent auf 4735,30 Zähler ins Wochenende. Der TecDAX gewann dagegen 0,23 Prozent auf 432,48 Zähler.

"Mit Blick auf die schwachen Vorgaben aus den USA war es sehr verwunderlich, dass der DAX an diesem Tag zeitweise zugelegt hatte", sagte Aktienstratege Berndt Fernow von der LBBW. Er begründete jedoch das Kursplus im Leitindex am späten Morgen mit dem Verfall der Index- Optionen zur Mittagszeit. Am Abend seien dann unter anderem die Aktien-Optionen an der Eurex ausgelaufen, was wieder Druck in den Markt gebracht habe. Da Unternehmensmeldungen und konjunkturelle Perspektiven zunehmend negativ seien, erwarten immer mehr Börsianer, dass der DAX in absehbarer Zeit sein Jahrestief von rund 4015 Punkten unterschreiten wird.

Die Volkswagen-Titel sprangen hin und her zwischen kräftigen Gewinnen und Verlusten. Nach einem zwischenzeitlichen Kursrückgang auf 320,00 Euro, gingen die Titel schließlich mit plus 4,29 Prozent auf 365,00 Euro aus dem Tag. Der Handel sei in erster Linie wieder terminmarktgetrieben gewesen, sagten Börsianer. Dass Porsche und der VW-Betriebsrat in einer wichtigen Frage auf Kompromisskurs gegangen seien, hätte daher kaum eine Rolle gespielt. Bei dem Kompromiss ging es um Geschäfte zwischen den einzelnen Konzernmarken und dem VW- Großaktionär Porsche. Die Arbeitsweise von zwei Aufsichtsratsausschüssen, die sich damit befassen, soll "optimiert" werden.

Die Anteilsscheine der Versorger zählten nach einem Pressebericht zu den größten Verlierern: E.ON gaben um 5,26 Prozent auf 23,59 Euro nach und RWE knickten um 4,43 Prozent auf 57,87 Euro ein. Das Kartellamt will dem "Handelsblatt" zufolge rund 30 deutsche Gasversorger zu Preissenkungen zwingen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Kreise berichtete, plant die Behörde einen Vergleich mit allen Versorgern, gegen die sie im Frühjahr Missbrauchsverfahren eingeleitet hat. Strittige Verfahren sollen eingestellt werden, falls sich die Versorger zu vorzeitigen Preissenkungen oder Entschädigungszahlungen verpflichten.

Unter den Finanztiteln erholten sich die Aktien der Hypo Real Estate leicht und stiegen um 1,42 Prozent auf 2,15 Euro. Auch die Titel der Commerzbank legten um 0,83 Prozent auf 5,445 Euro zu. Die Aktien der Deutschen Bank und der Postbank, die zeitweise ebenfalls zugelegt hatten, schlossen mit Verlusten. Die wieder leicht positive Stimmung für den Finanzsektor, die im Handelsverlauf wegen Spekulationen über einen Verkauf der Citigroup angeheizt worden waren, wurden letztlich vom Chef der Citigroup wieder heruntergespielt.

Der EuroSTOXX 50 schloss mit minus 3,07 Prozent auf 2157,62 Zähler und damit auf einem neuen Tief seit 2003. Auch der Londoner FTSE 100 und der französische CAC-40-Index gingen sehr schwach ins Wochenende. In den USA zeigten sich die wichtigsten Aktienbörsen zum europäischen Handelsschluss leicht im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite auf 3,24 (Vortag: 3,26) Prozent. Der Rentenindex REX rutschte um 0,32 Prozent auf 120,14 Punkte ab. Der Bund Future verlor 0,51 Prozent auf 120,83 Zähler. Der Eurokurs zeigte sich am Abend bei 1,2538 US-Dollar kaum verändert zum Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2602 (1,2542) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7935 (0,7973) Euro.
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