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Deutsche Aktien leiden unter Gewinnmitnahmen

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts von Gewinnmitnahmen sowie negativen Impulsen aus den USA hat der deutsche Aktienmarkt am Montag sehr schwach geschlossen. Er gab damit einen Teil der deutlichen Gewinne aus der Vorwoche wieder ab. Beim DAX standen zum Handelsende Verluste von 5,88 Prozent auf 4394,79 Punkte zu Buche. Der MDAX verlor 4,91 Prozent auf 5092,60 Punkte, und für den TecDAX ging es um 6,00 Prozent auf 467,45 Zähler nach unten.

Aktien der Deutschen Bank rutschten als der größte DAX-Verlierer um 11,06 Prozent auf 24,885 Euro ab. Börsianer verwiesen einhellig auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst freundlichen Kursverlauf.

Die Titel von Infineon verloren 8,92 Prozent auf 1,685 Euro und gehörten damit ebenfalls zu den schwächsten Werten im DAX. Händlern zufolge ist es "leicht negativ", dass die südkoreanischen Elektronikkonzerne Samsung und LG Electronics einem Pressebericht zufolge wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs ihre Absatzprognose für das kommende Jahr senkte.

Daimler-Titel verloren 7,32 Prozent auf 22,850 Euro. Analyst Tim Schuldt von equinet verwies auf die geplante Produktionskürzung im Lkw-Bereich als Belastungsfaktor. Händlern zufolge drückte dies auch auf den Kurs von MAN - die Aktie fiel um 7,97 Prozent auf 32,81 Euro.

Stahlwerte gaben ebenfalls nach. ThyssenKrupp verloren 7,52 Prozent auf 14,76 Euro. Händler verwiesen auf eine Gewinn- und Umsatzwarnung vom finnischen Branchenkollegen Rautaruukki. Der finnische Konzern kündigte zudem an, wegen der schwächeren Nachfrage Stellen streichen zu wollen. Die Gewinnwarnung belaste den kompletten europäischen Stahlsektor, sagte der Händler. Salzgitter verloren am MDAX-Ende 14,70 Prozent auf 46,35 Euro. Die Salzgitter-Tochter Klöckner-Werke senkte zuvor angesichts des konjunkturellen Abschwungs ihre Jahresprognose.

LEONI-Titel gaben deutlich nach und zählten mit minus 6,01 Prozent auf 10,32 Euro zu den größten Verlierern im MDAX. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngst deutlichen Kursanstieg bis Donnerstag vergangener Woche. Zudem belaste die Nachricht, dass der Autozulieferer Continental Beschäftigte wegen der Absatzkrise auf den Automärkten in Kurzarbeit schickt, auch die Titel des Bordnetz- und Kabelspezialisten.

Im TecDAX fielen Titel von Q-Cells als Schlusslicht um 18,40 Prozent auf 21,42 Euro. Der Solarzellenhersteller rechnet wegen der Finanzkrise mit einem schwächeren Wachstum der Solarbranche. Ein Händler sagte: "Richtig überraschend kommt das nicht - allerdings scheint Q-Cells den Markt immer klarer auf ein enttäuschendes Jahr 2009 vorzubereiten und das belastet den ganzen Sektor." Die meisten anderen Solarwerte verzeichneten ebenfalls prozentual zweistellige Verluste.

Der EuroSTOXX 50 schloss 5,84 Prozent tiefer bei 2288,39 Punkten. Ähnlich hoch fielen die Verluste in Paris und London aus. Der New Yorker Dow Jones zeigte sich zum Börsenschluss in Europa über vier Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite auf 3,05 (Freitag 3,10) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,52 Prozent auf 121,55 Punkte. Der Bund Future gewann 0,84 Prozent auf 122,48 Zähler. Der Eurokurs fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2608 (Freitag: 1,2727) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7931 (0,7857) Euro.
dpa gl yymm z2 pi
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