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Deutschem Aktienmarkt gelingt zum Handelsende der Sprung ins Plus


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch in der letzten Handelsstunde kräftig zugelegt und freundlich geschlossen. Nach einer Talfahrt bis zum Nachmittag erhielten die deutschen Indizes unvermittelt Auftrieb von den US-Börsen und drehten ins Plus. Der Leitindex DAX, der zeitweise bis auf 4378 Zähler gefallen war, ging mit plus 0,78 Prozent auf 4567,24 Zähler aus dem Handel. Kurzzeitig gelang ihm sogar wieder der Sprung über die 4600- Punkte-Marke. Der MDAX mittelgroßer Werte rückte um 0,67 Prozent auf 5173,31 Zähler vor. Der TecDAX stieg um 0,64 Prozent auf 479,46 Punkte.

"Die Bewegungen am Markt sind zurzeit nicht immer nachvollziehbar. Der DAX ist aber ein weiteres Mal den US-Börsen gefolgt", sagte Postbank-Händler Ascan Iredi und verwies auf die festen Indizes in den USA. Händler in New York verwiesen vor allem auf Schnäppchenjäger, die wieder unterwegs seien. Die aktuellen US- Konjunkturdaten waren jedenfalls negativ ausgefallen und auch von Seiten der US-Unternehmen gab es nichts Positives.

Am deutschen Markt zog der Halbleithersteller Infineon einmal mehr den Missmut der Anleger auf sich. Die Aktie brach nach einer desaströsen Bilanz für das Geschäftsjahr 2008/09 und einem ebenfalls verheerenden Ausblick um 39,58 Prozent auf 1,00 Euro ein. "Inzwischen haben sich auch die letzten Fondsmanager wohl aus der Aktie verabschiedet und dadurch die Talfahrt im Tagesverlauf beschleunigt", sagte ein Händler. Keiner dieser Manager wolle wohl noch solch eine Aktie zum Jahresende im Portfolio haben. Infineon hatte deutlich höhere Verluste für das vierte Geschäftsquartal ausgewiesen als von Analysten erwartet. Zudem gibt es weitere Probleme: Nachdem bislang die US-Speicherchip-Tochter Qimonda für anhaltende Verluste in Milliardenhöhe sorgte, brechen im wirtschaftlichen Abschwung der Mutter nun die Aufträge weg.

Die Titel der Lufthansa legten um unterdurchschnittliche 0,34 Prozent auf 10,360 Euro zu. Die größte deutsche Fluggesellschaft will die österreichische Austrian Airlines (AUA) komplett übernehmen. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sieht die geplante Übernahme jedoch mit einer gewissen Portion Skepsis. "Die AUA ist ein Problemkind. Die Lufthansa übernimmt zunächst einmal einen Verlustbringer. Zudem stehen dann noch Restrukturierungsarbeiten an, deren Ausgang ungewiss ist."

Im MDAX schnellten Arcandor mit plus 8,29 Prozent auf 2,22 Euro an die Index-Spitze. Karl-Gerhard Eick, bislang Finanzvorstand der Deutschen Telekom, wird zum 1. März neuer Chef des Handels-und Tourismuskonzerns.

Kurz vor Börsenschluss teilte außerdem der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh mit, dass er mehr Geld als im Vorjahr an seine Aktionäre ausschütten wolle. Die Dividende soll von 1,70 auf 2,00 Euro je Aktie angehoben werden. Zusätzlich soll es eine Sonderdividende von 1,00 Euro je Aktie geben. Die Aktie erholte sich nach diesen Aussagen und schloss bei 68,96 Euro unverändert.

Der EuroSTOXX 50 legte um 0,65 Prozent auf 2369,52 Zähler zu. In London und Paris wurden ebenfalls Gewinne verzeichnet. Die US-Börsen legten zum europäischen Handelsschluss zwischen 0,8 und 1,5 Prozent zu. Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,92 (Vortag 3,00) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,33 Prozent auf 122,12 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,18 Prozent auf 123,98 Zähler. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2623 (Dienstag: 1,2697) US-Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7922 (0,7876) Euro.  << zurück zur Übersicht