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Autohandel: Autohandel droht Pleitewelle - Hersteller schnüren Hilfspakete


München (dpa) - Angesichts dramatisch sinkender Absatzzahlen droht dem deutschen Autohandel in den kommenden Monaten eine Pleitewelle. "Hier sind leider verstärkt neue unrühmliche Spitzenwerte zu erwarten", sagte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive in Bergisch Gladbach, der "Automobilwoche". Die Finanzkrise wirke sich "wie ein Katalysator aus, der den Strukturwandel der Branche dramatisch beschleunigt", betonte Bratzel. Der Auftragseingang ist im deutschen Autohandel im September gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen. Hinter der Jahresprognose von 3,15 Millionen Neuzulassungen "wird ein immer größeres Fragezeichen sichtbar", erklärte das Deutsche Kfz-Gewerbe.

Um die befürchteten Insolvenzen im Autohandel abzuwenden, wollen die Autohersteller nach Informationen des Fachblattes den Handel mit Millionenbeträgen unterstützen. Die Vertriebsorganisation von Mercedes-Benz (MBVD) habe bereits ein 63 Millionen Euro schweres Hilfspaket auf den Weg gebracht. "Auch in schwierigen Zeiten legen wir großen Wert auf stabile Partnerschaften. Deshalb haben wir uns entschieden, unserem deutschen Handel eine an die Leistung der einzelnen Händler gekoppelte Unterstützung zu gewähren", sagte MBVD- Vorsitzender Peter Alexander Trettin der Zeitung. Demnach erhalten die Autohäuser 13 Millionen Euro als Entlastung bei der Vorführwagen- Finanzierung. Der zweite Teil des Hilfspakets von 50 Millionen Euro werde den Händlern entsprechend ihrem Anteil am Umsatz ausgezahlt.

Auch Volkswagen wird seine rund 1200 Händler in Deutschland den Informationen der Zeitung zufolge zu Beginn des kommenden Jahres mit einem Maßnahmen-Paket unterstützen. Darin enthalten seien längere Zahlungsziele für Lagerwagen, zusätzliche Margen für Vorführwagen und Marketingzuschüsse.

Das Daimler-Management hatte sich mit dem Betriebsrat bereits auf ein Sparprogramm zur Standortsicherung seiner Mercedes-Benz- Niederlassungen geeinigt. Der Konzern verzichtet demnach bis zum Jahr 2018 auf betriebsbedingte Kündigungen für die 15 000 Beschäftigten. Im Gegenzug werden bei den Mitarbeitern der 34 konzerneigenen Niederlassungen drei Prozent künftiger Tariferhöhungen einbehalten. Außerdem müssen die Beschäftigten an den 150 Standorten länger arbeiten. Die Regelung sieht ferner eine Standortgarantie für die Niederlassungen bis zum Jahr 2016 vor. Außerdem sicherte das Unternehmen zu, vor dem Jahr 2010 keine Niederlassungsbetriebe zu verkaufen, stillzulegen oder in rechtlich selbstständige Gesellschaften auszugliedern.
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