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Unterhaltungselektronik-Branche erwartet 2009 leichtes Minus

Nürnberg (dpa) - Die Unterhaltungselektronik-Branche rechnet nach fünf Wachstumsjahren für 2009 mit einem leichten Umsatzrückgang um etwa zwei Prozent. "Wir erwarten eine gewisse Kaufzurückhaltung der Konsumenten", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Branchenverbands gfu, Rainer Hecker, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. Zur unsicheren Arbeitsmarktlage komme der Preisverfall für manche Produkte. Auch gebe es im nächsten Jahr keine großen Sportereignisse, die den Kauf von Fernsehgeräten ankurbeln könnten.

Im laufenden Jahr erwartet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in der sogenannten Consumer Electronics(CE)-Branche einen Gesamtumsatz von mehr als 23,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr lagen die Erlöse bei 23,45 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen wuchs der CE-Markt in Deutschland um 3,6 Prozent. "Es wird ein gutes und solides Weihnachtsgeschäft geben", sagte Hecker. Der Handel verzeichne eine erfreuliche Nachfrage. Ein Aufschub oder Verzicht von Produkten der Unterhaltungselektronik-Branche sei nicht zu erwarten. Nach den jüngsten Tarifabschlüssen und den Preissenkungen für Benzin und Heizöl verfügten die Konsumenten wieder über mehr Kaufkraft.

Besonders beliebt sind nach Angaben des gfu-Chefs flache Fernsehgeräte in LCD- und Plasma-Technik. Der Verband rechnet in diesem Jahr mit mehr als sechs Millionen verkauften Flat-TVs. "Zwei Drittel der Haushalte in Deutschland haben noch Röhrengeräte", sagte Hecker. Es gebe deshalb einen "hohen und stabilen Ersatzbedarf". Die Konsumenten profitierten dabei von sinkenden Preisen. "Für Industrie und Handel sind die Margen dünn geworden", sagte der Verbandschef.

Der Trend bei Fernsehgeräten gehe zugleich zu größeren und höherpreisigen Modellen. "Man kauft bewusster und achtet mehr auf Qualität und Funktionalität", sagte Hecker. Einen weiteren Schub für TV-Geräte erwartet er im zweiten Halbjahr 2009. Dann soll die für Anfang 2010 geplante Umstellung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf hochauflösendes Fernsehen (HDTV) Rückenwind bringen.

Neben TV-Geräten werden nach Heckers Worten MP3-Player, Digitalkameras und Navigationsgeräte zu den Umsatzrennern im Weihnachtsgeschäft gehören. Besonders gut entwickle sich das Segment der digitalen Spiegelreflexkameras, von denen in diesem Jahr rund 900 000 verkauft würden, doppelt so viele wie im Vorjahr. Dagegen würden einfache kleine Digitalkameras zunehmend preisaggressiv vermarktet. Der Absatz von 4,5 Millionen portablen Navigationsgeräten (plus 24 Prozent) und 4,3 Millionen Notebooks (plus 45 Prozent) unterstreiche den Mobilitätstrend, betonte Hecker. Für Handys wird dagegen im laufenden Jahr ein Umsatzrückgang von rund 14 Prozent erwartet.

Gespräch: Stephan Maurer, dpa
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