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Rezessionsängste drücken deutschen Aktienmarkt kräftig ins Minus


Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch wieder tief in die Verlustzone gerutscht. Börsianer verwiesen auf weiter vorherrschende Rezessionsängste, aufkeimende Sorgen über eine Deflation in den USA und das gekappte Gewinnziel des Chemiekonzerns BASF als Hauptbelastungsfaktoren. Der DAX schloss knapp über seinem Tagestief bei minus 4,92 Prozent auf 4354,09 Punkten. Der MDAX fiel um 4,95 Prozent auf 4926,61 Zähler. Der Technologieindex TecDAX büßte sogar 7,56 Prozent auf 457,16 Zähler ein.

Der bereits stark verunsicherte Markt habe spürbar unter der Gewinnwarnung von BASF gelitten, kommentierte Fidel Helmer, Marktstratege der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Entwicklung. Potenzielle Käufer hielten sich in einem solchen Umfeld noch mehr zurück als ohnehin schon. Laut Berndt Fernow, Aktienstratege bei der LBBW, "stellen sich die Märkte auf eine gravierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein". Dabei herrsche Unsicherheit über die Tiefe der Rezession, an deren Beginn wir gerade stünden. Die Konjunkturdaten aus den USA hätten zudem zu Deflationssorgen geführt. Nachdem am Dienstag deutlich gesunkene Erzeugerpreise veröffentlicht wurden, sei nun am Mittwoch ein starker Rückgang der Verbraucherpreise in den USA bekanntgegeben worden.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF kappte wegen der Wirtschaftskrise das Gewinnziel für 2008 zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit und will zudem die Produktion deutlich drosseln. Daraufhin brach der Titel des Ludwigshafener Unternehmens als einer der schwächsten Werte im Leitindex um 13,65 Prozent auf 21,96 Euro ein. Einem Analysten zufolge kommt die Nachricht nicht sehr überraschend, sei aber dennoch enttäuschend.

Heftige Kursausschläge erlebten die Titel der Postbank am Nachmittag nach einem Magazin-Bericht. Das "Capital" berichtete, die Deutsche Bank arbeite nach ihrem Einstieg bei der Postbank an einer raschen Komplettübernahme und wolle das aktuell günstige Kursniveau durch Optionsgeschäfte oder sonstige derivative Strukturen für die Akquisition sichern. Bevor die Deutsche Bank dies schließlich dementierte, sprangen die Postbank-Aktien bis auf 17,30 Euro hoch. Nach dem Dementi ging es dann rasch wieder abwärts und mit plus 1,14 Prozent auf 15,10 Euro gingen sie aus dem Handel. Damit waren sie dennoch der einzige DAX-Wert mit Kursgewinnen. Die Titel der Deutschen Bank fielen um 8,75 Prozent auf 21,390 Euro.

Die SolarWorld-Aktien sackten nach einem Übernahme-Angebot für die deutschen Opel-Standorte um 19,12 Prozent auf 13,20 Euro ab. Die Bedingungen, die SolarWorld dafür ankündigte, machen ein solches Geschäft allerdings wenig wahrscheinlich. Händler bewerteten die Nachricht als eine "gute PR-Nummer von Sonnenkönig Frank Asbeck", dem Vorstandsvorsitzenden des Solarkonzerns.

Der EuroSTOXX 50 schloss mit minus 3,96 Prozent auf 2295,36 Zähler und damit ebenfalls nur knapp über dem Tagestief. In London und Paris gaben die Leitbörsen um mehr als 4 Prozent nach. In den USA zeigten sich die wichtigsten Aktienindizes zum europäischen Handelsschluss mit etwas mehr als zwei Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,35 (Vortag: 3,39) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,01 Prozent auf 120,52 Punkte. Der Bund Future gewann 0,51 Prozent auf 119,74 Zähler. Der Eurokurs fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2634 (Dienstag: 1,2653) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7915 (0,7903) Euro.
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