logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
GfK-Chef für Steuersenkungen - "nur ankündigen nützt nichts"


Nürnberg (dpa) - Der Vorstandschef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Klaus Wübbenhorst, hält möglichst frühzeitige Steuersenkungen für den richtigen Weg, um die Konjunktur und auch den privaten Konsum zu stabilisieren. "Es nützt nichts, Steuerentlastungen erst für 2010 anzukündigen", sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. "Es gibt keinen Grund, damit zu warten. Wenn man Steuersenkungen ins Auge fasst, dann sollte man sie jetzt vorziehen. Das kann den Konsum antreiben." Wenn den Verbrauchern mehr Geld zur Verfügung stünde, würden sie auch wieder mehr ausgeben.

Wübbenhorst nannte in diesem Zusammenhang die britischen Pläne, mit einer Senkung der Mehrwertsteuer die Konsumlaune zu verbessern, interessant. Eine befristete Absenkung der Mehrwertsteuer wäre auch in Deutschland eine gute Maßnahme, um die Rezession nicht tiefer werden zu lassen, sagte er. In schwierigen Zeiten seien Mut und Kreativität gefordert. Daneben müsse die Politik auch die Frage der "kalten Steuerprogression" anpacken. Durch höhere Besteuerung würden Lohnzuwächse teilweise wieder aufgefressen.

Für den privaten Konsum im kommenden Jahr sieht Wübbenhorst nicht schwarz. "Wir halten ein Wachstum von 0,5 Prozent für möglich", sagte er. Deutschland stehe zwar vor einem schwierigen Jahr; es gebe aber auch positive Faktoren. Die Arbeitslosigkeit sei niedrig, die Inflationsrate nicht mehr so hoch, und die jüngsten Tarifabschlüsse seien in Ordnung gewesen. "Man muss den Konsum für 2009 nicht abschreiben", sagte der Vorstandschef des größten deutschen Marktforschungsinstituts.

Die Verbraucher haben sich nach seinen Worten bisher von der zunehmend schlechten Stimmung in der Wirtschaft noch nicht anstecken lassen. Die Einkommenserwartungen der Bürger seien im November ebenso gestiegen wie die Anschaffungsneigung. Für das Weihnachtsgeschäft gebe es deshalb keinen Anlass zu übertriebenem Pessimismus. "Die Konsumenten möchten sich das Weihnachtsfest nicht verderben lassen", sagte Wübbenhorst.

Gespräch: Stephan Maurer, dpa
 << zurück zur Übersicht