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Bundesbank erwartet schärfsten Wirtschaftsabschwung seit 1993


Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesbank erwartet im nächsten Jahr den schärfsten Wirtschaftsabschwung in Deutschland seit 1993 und den Absturz in eine tiefe Rezession. Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise sei 2009 mit einem Einbruch des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent zu rechnen, sagte die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt voraus. Damit ist die Notenbank deutlich pessimistischer als im Juni, als sie für 2009 noch ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet hatte. Ein reales BIP-Minus von 0,8 Prozent hatte es zuletzt im Jahr 1993 gegeben. Am stärksten geschrumpft war das BIP in Deutschland bislang im Jahr 1975 als Folge der Ölkrise mit minus 0,9 Prozent.

Seit Herbst hätten sich die Aussichten "markant verschlechtert", schreibt die Bundesbank. Die Finanzmarktkrise spitzte sich nach der Pleite der US-Immobilienbank Lehman Brothers nochmals zu, Deutschland rutschte wie andere Volkswirtschaften Europas in die Rezession.

"Erst im Zuge der erwarteten weltwirtschaftlichen Belebung im Jahr 2010 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder an Schwung gewinnen", schreibt die Bundesbank. Eine Voraussetzung sei jedoch, dass die Rettungspakete für Banken und Konjunktur wirkten. Dann sei 2010 mit einem Zuwachs des BIP um 1,2 Prozent zu rechnen. Die Unsicherheit sei mit Blick auf die Weltkonjunktur derzeit aber "extrem hoch". Ein schärferer Einbruch sei in einem Risikoszenario "keineswegs abwegig". Für das laufende Jahr rechnet die Bundesbank mit 1,6 (Juni-Prognose: 2,3) Prozent Wachstum.

Zeitverzögert werde die schwache Wirtschaftsentwicklung auch den Arbeitsmarkt belasten. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte nach der Prognose der Bundesbank im Jahresdurchschnitt 2009 und 2010 um jeweils mehr als 100 000 Menschen ansteigen. Dies würde aber "im Vergleich mit früheren zyklischen Schwächephasen keinen harten Rückschlag" bedeuten, schreibt die Notenbank.

An der Preisfront erwartet die Bundesbank wie die Europäische Zentralbank (EZB) wegen sinkender Energie- und Nahrungsmittelpreise zunächst weitere Entspannung. Im Herbst 2009 dürfte die Inflation wieder anziehen. Im Jahresdurchschnitt 2009 wird ein Preisanstieg von 0,8 (Juni-Prognose: 2,2) Prozent erwartet, 2010 dann von 1,4 Prozent. Für 2008 geht die Bundesbank von einem Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von durchschnittlich 2,8 (3,0) Prozent aus. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewahrt.
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