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Finanzkrise für Nobelpreisträger Stiglitz düster
New York/Zürich (APA/ag.) - Nobelpreisträger Joseph Stiglitz malt ein düsteres Bild zur Lage der Weltwirtschaft. Wenn jetzt die Regierungen das Falsche täten, käme es zum schwersten Wirtschaftseinbruch seit der Großen Depression, sagte er. Derzeit gebe es keinen Grund zu glauben, dass der Tiefpunkt der Krise bereits erreicht sei, so Stiglitz in einem Interview im "Tages-Anzeiger" vom Samstag. Allerdings seien die Börsen ohnehin kein geeigneter Indikator, um zu beurteilen, was wirklich passiere, da diese sich von der Realität abgekoppelt hätten. Sicher sei, dass es zur schlimmsten Rezession der vergangenen 25 Jahre kommen werde, sagte Stiglitz weiter. Von einer höheren Arbeitslosigkeit betroffen wären auch die Europäer. "Zusammen mit den USA ist Europa die Region, die am stärksten von der Krise betroffen ist."

Ausschlaggebend gewesen für den Infarkt, welchen die Wirtschaft erlebe, sei die miserable Leistung der amerikanischen Regierung und ihre Entscheidung, Lehman Brothers nicht zu retten. "Die US-Regierung schwankte hin und her und offenbarte Panik." Im Gegenzug lobte Stiglitz die britische Regierung, die es geschafft habe, schnell und direkt Geld in die Banken einzuschießen und sich gleichzeitig auch eine Mitsprache verschafften, etwa bei der Berufung von Verwaltungsräten.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger ging allerdings auch mit dem eigenen Berufsstand hart ins Gericht. Nicht nur Finanzmärkte hätten versagt, sondern auch die Ökonomen. "Die meisten meiner Kollegen verbrachten kaum Zeit damit, über die Struktur und die Stabilität der Finanzmärkte zu sprechen", sagte er.

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