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Der Domino-Effekt: Wie sich die Krise von Branche zu Branche wälzt


Hamburg (dpa) - Der Vergleich mit fallenden Domino-Steinen wird oft bemüht in der aktuellen Wirtschaftskrise - und es gibt tatsächlich kaum ein besseres Bild dafür. Die schweren Turbulenzen am Finanzmarkt setzten eine weltweite Kettenreaktion in Gang, die sich immer schneller auf immer mehr Branchen ausbreitet. So wie ein Dominostein den nächsten umkippt, bringen die Probleme einzelner Unternehmen und Industrien andere zu Fall. Wie schlimm es noch kommt, weiß niemand.

Im Gegensatz zu Fernsehsendungen, in denen der Lauf der Domino- Steine von über dem Geschehen schwebenden Kameras erfasst wird, sind die Bewegungen in der Wirtschaft schwerer zu überblicken. Zudem kommen derzeit meist mehrere Hiobsbotschaften pro Tag. Eins steht fest: Alles begann mit der Finanzkrise. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten bremsten den Kreditfluss an Industrie und Verbraucher sowie deren Bereitschaft, Geld auszugeben. Der Domino-Effekt war in Gang gesetzt.

Als erstes traf es die Autobauer. Sie verkaufen oft auf Kredit und sind zugleich auf einen steten Geldzufluss angewiesen, um die hohen laufenden Kosten zu decken. Bei massiven Absatzeinbrüchen von 20 bis mehr als 40 Prozent droht vor allem der US-Autobranche das Geld auszugehen. Die Krise der Hersteller riss auch die Teile-Zulieferer mit. An der Branche hängen mehrere Millionen Jobs vor allem in Europa, den USA und Japan.

Die Schwäche der Autokonjunktur zog auch andere Industrien in Mitleidenschaft, vor allem die Stahl- und die Chemiebranche. Ob der Stahlriese ArcelorMittal oder der weltgrößte Chemiekonzern BASF - alle kappen die Produktion. Produziert die Industrie weniger, braucht sie auch weniger neue Ausrüstungen - also müssen die Maschinen- und Anlagenbauer einen Gang zurückschalten.

Früher oder später werde die Rezession alle Branchen treffen, ist Thomas Straubhaar vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut überzeugt. Inzwischen fahren Unternehmen und Verbraucher quer durch die Bank die Ausgaben zurück - mit dramatischen Folgen. Schon müssen die Großen der IT-Branche wie Nokia, Intel oder Sony ihre Prognosen kappen. Unternehmen verschiedenster Branchen kürzen ihre Werbeausgaben - das ist das Geld, das der ohnehin nicht gerade prosperierenden Medienbranche fehlt. Deren Schwäche schlägt wiederum zum Beispiel auf das Geschäft der Druckmaschinenhersteller durch.

Das schlimmste, was drohen kann, ist eine Abwärtsspirale: Die Konjunkturschwäche löst massive Arbeitsplatzverluste aus, dadurch bricht die Kaufkraft der Verbraucher weg, Unternehmen fehlt noch mehr Geld und sie müssen noch mehr Stellen streichen.
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