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Bundesbankpräsident warnt vor überstürzten Zinssenkungen

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts der weltweit fallenden Leitzinsen hat Bundesbankpräsident Axel Weber vor überstürzten Zinssenkungen der Notenbanken im Kampf gegen die Rezession gewarnt. "Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir mit den Zinsen in von uns bislang noch nicht beschrittenes Territorium vordringen", sagte Weber der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe). Seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung 1999 lag die Untergrenze für den der Leitzins in den 15 Euro-Ländern bei zwei Prozent. Dort verharrte der Zins von Mitte 2003 bis Ende 2005.

Erst Anfang Dezember 2008 hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins mit einem Rekordschritt um 0,75 Punkte auf 2,50 Prozent gekappt. Weber begründete seine Bedenken mit dem preisbereinigten Zins, dem sogenannten Realzins. Unterhalb eines nominalen Leitzinses von zwei Prozent würden die Realzinsen negativ, sagte Weber, der auch Mitglied im EZB-Rat ist. "Dies würde ich gerne vermeiden." Im November lag die Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum bei 2,1 Prozent.

Eine Absage erteilte Weber Spekulationen, dass die Notenbank im Januar zwangsläufig eine weitere Zinssenkung vornehme. "Unsere Geldpolitik unterliegt keinem Automatismus." Er glaube nicht, dass die Notenbank im Januar schon genug relevante Informationen haben werde, um den "vorhandenen geldpolitischen Spielraum" neu zu bewerten. Nach einer Normalisierung des wirtschaftlichen Umfeldes müsse man zügig zu einer Normalisierung des Leitzinses zurückfinden.  << zurück zur Übersicht