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Ölexperte: OPEC muss Fördermenge deutlich reduzieren

Algier (dpa) - Der seit Monaten andauernde Preisverfall beim Erdöl kann nach Expertenmeinung nur mit einer weiteren Produktionsdrosselung bekämpft werden. "Meine Ansicht ist, dass sich diese mindestens auf ein Volumen von zwei Millionen Barrel pro Tag beziehen muss", sagte der algerische Ölfachmann Mourad Preure der Deutschen Presse-Agentur dpa kurz vor dem nächsten Treffen der OPEC- Ölminister an diesem Mittwoch im algerischen Oran. Optimal wäre eine Drosselung der Produktion um 2,5 Millionen Barrel (Fass je 159 Liter) pro Tag. Die Zeit dafür sei mehr als reif, sagte der ehemalige Top- Manager des staatlichen algerischen Energiekonzerns Sonatrach.

Ein anderes starkes Signal an die Märkte könnte nach Einschätzung von Preure die Einbeziehung von Großproduzenten außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sein. Gerade Russland müsste vor dem Hintergrund der Folgen der Finanzkrise eigentlich bereit sein, sich an einer Produktionsdrosselung zu beteiligen. Es scheine, dass eine hochrangige Delegation aus Russland zur OPEC- Konferenz in Algerien kommen werde, betonte Preure. Es werde sogar darüber gesprochen, dass der russische Regierungschef Wladimir Putin nach Oran reisen wolle.

Die OPEC hatte bereits im September und Oktober Produktionsdrosselungen beschlossen. Die Schritte hatte den Preisrückgang jedoch nicht stoppen können. Die größten Kürzungen sollte zuletzt Saudi-Arabien mit 466 000 Barrel täglich vornehmen. Preure sagte, vor allem das OPEC-Förderland Nummer Eins müsse anerkennen, dass es eine weitere konzertierte Aktion brauche, um das Angebot kurzfristig zu reduzieren. "Sonst gehen wir einer Katastrophe entgegen." Die künftige Nachfrage erfordere es, zu investieren. Dies sei nur bei höheren Preisen möglich.

Der derzeitige Chef des Ölkartells OPEC, der algerische Energieminister Chakib Khelil, hatte in der vergangenen Woche gesagt, er sei sicher, dass es eine Drosselung der Fördermengen geben werde. Der Preis für ein Fass OPEC-Rohöl war daraufhin am Donnerstag um 2,18 Dollar auf 40,12 Dollar gestiegen. Mitte Juli - vor der Zuspitzung der Finanzkrise im Herbst - hatte der Preis noch Rekordmarken von um die 140 Dollar erreicht. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.
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