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Top-Manager werden für Krise abgestraft - Ansehensverlust


Bad Homburg (dpa) - Das Ansehen der wichtigsten deutschen Top- Manager leidet unter der Finanz- und Wirtschaftskrise. Das geht aus einer Umfrage des Bad Homburger Unternehmensberaters und IT- Dienstleisters Manfred Niedner unter deutschen Führungskräften hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach stürzten Allianz-Chef Michael Diekmann und der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in der Gunst der Befragten auf die beiden letzten Plätze ab. Mit einer Schulnote von 3,9 schnitt Diekmann so schlecht ab wie nie zuvor. Schlusslicht ist Ackermann mit einer Note von 4,2. Bei der vorangegangenen Befragung im Juli hatten sich die beiden Top-Manager noch im Mittelfeld platziert. "Diekmann und Ackermann werden als Vertreter der Finanzbranche abgestraft", erklärte Niedner.

Auch die Auto-Manager kamen angesichts der Branchenkrise bei der Befragung vergleichsweise schlecht weg: Daimler-Lenker Dieter Zetsche, der sich bei der halbjährlich durchgeführten Befragung "Manager nach Noten" lange Zeit auf den vorderen Plätzen gehalten habe, sei von der Note 2,5 auf 3,1 abgerutscht, hieß es. Für VW-Chef Martin Winterkorn blieb es wie bei der vorangegangenen Befragung bei einer Note 3,2 und BMW-Chef Norbert Reithofer rangiert mit einer 3,3 (vormals: 2,8) nur noch im hinteren Mittelfeld.

Dagegen blieb das Ansehen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking von der Krise der Automobilbranche nahezu unberührt. Er konnte sich mit einer Note 2,5 (zuvor: 2,4) bei der Befragung an die Spitze setzen. Noch nie zuvor habe eine Schulnote zwischen 2 und 3 für die beste Platzierung ausgereicht, erklärte Niedner. "Der Ruf der gesamten Managerelite hat durch die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate stark gelitten."

Ausnahme sei Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Der Bahn-Vorsteher verbesserte seinen Wert um 0,1 Punkte landete so mit Linde- Vorstandschef Wolfgang Reitzle mit der Note von jeweils 2,7 auf dem zweiten Platz. "Mehdorn ist ein Phänomen. Jahrelang der Manager mit den schlechtesten Noten schätzen Führungskräfte inzwischen seine enorme Standfestigkeit. Mehdorn gilt als Mann für Krisenzeiten", erklärte Niedner. Abwärts ging es dagegen für BASF-Chef Jürgen Hambrecht, der bei der vorangegangenen Befragung noch als Bester abgeschnitten hatte und nun nur noch eine 2,8 erzielte. Auch Metro- Chef Eckhard Cordes verschlechterte sich deutlich. Weiterhin im Mittelfeld bewegt sich Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa). Im hinteren Mittelfeld folgen Siemens-Chef Peter Löscher sowie René Obermann von der Deutschen Telekom und E.ON-Chef Wulf Bernotat. Niedner befragt alle sechs Monate rund 1000 Führungskräfte in Deutschland. dpa cs yyby n1 pi/bb
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