logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Madoff-Skandal: Wohltätigkeitsorganisation am Ende


New York (APA/ag.) - Der milliardenschwere Betrugsskandal um den US-Investor Bernard Madoff hat nun auch eine der führenden gemeinnützigen Stiftungen des Landes in den Abgrund gerissen. Die 1989 gegründete Picower-Stiftung kündigte am Freitag ihre bevorstehende Schließung an. Zuwendungen würden ab sofort eingestellt. In den kommenden Monaten werde dann die gesamte Stiftung "ihre Türen schließen".

Barbara Picower hatte die Stiftung 1989 gemeinsam mit ihrem Mann Jeffry gegründet. Der Betrugsfall habe verheerende Auswirkungen auf zehntausende Menschen und zahlreiche wohltätige und gemeinnützige Organisationen, erklärte sie. Die Picower-Stiftung unterstützte Einrichtungen wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Human Rights First und die Öffentliche Bibliothek von New York mit Millionenbeträgen. Zuwendungen erhielt auch die Diabetes-Forschung der Universität Harvard. Das Vermögen der Stiftung wurde von Madoff verwaltet. In der Steuererklärung von 2007 wurde der Kapitalanlagebestand mit fast einer Milliarde Dollar (720 Millionen Euro) angegeben.

Madoff ist Gründer der Bernard L. Madoff Investment Securities LLC. Wegen Verdachts auf massiven Betrug war er vergangene Woche festgenommen worden. Er soll Investoren, die ihr Geld bei ihm anlegten, hohe Renditen versprochen haben. Die Renditen wurden in einem Schneeballsystem mit Geldern neuer Anleger finanziert. Als Investoren im Zuge der Finanzkrise ihr Geld zurückhaben wollten, brach das System zusammen. US-Ermittler befürchten einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar.

Madoff, der maßgeblich am Aufbau der Technologiebörse Nasdaq beteiligt war, steht in Manhattan unter strenger Bewachung unter Hausarrest. Er wurde am Freitag angewiesen, zu seinem eigenen Schutz Wachpersonal anzuheuern.

 << zurück zur Übersicht