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Verleger Krüger fürchtet um Verlust an Kultur wegen Finanzkrise


Hamburg/München (dpa) - Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise bringt nach Ansicht des Münchner Verlegers Michael Krüger einen großen Verlust an Kultur mit sich. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" äußerte Krüger die Befürchtung, dass die Sponsoren kein Geld mehr hätten - und das träfe die Verlage, das Theater, die Opern und die Museen. Für den Leiter des Hanser Verlages ist die Krise Folge eines immer schnelleren Wirtschaftens, das immer weniger Nachdenken erlaube. "Der Untergang von General Motors sei 'nur eine Fußnote' in einem 'Weltenbrand'."

Im Grunde ist die Krise laut Krüger folgerichtig: "Schon seit Jahren erleben wir eine permanente Beschleunigung unserer Lebensverhältnisse, alles wird komplizierter, unverständlicher und irrealer." Nicht einmal Josef Ackermann, wisse, was das Geld seiner Deutschen Bank so genau treibe. "Der Mensch ist dabei, sich selbst abzuschaffen", sagte der 65-Jährige in dem Interview. Dazu gehöre auch die ungeheuerliche Kulturlosigkeit, die man dadurch bemäntele, dass alles Kultur genannt werde: "zum Beispiel die Bankenkultur, deren beklagenswertes Ende wir gerade erleben."

Das trifft auch die Kunst- und Kulturszene. "Wer New York kennt, der weiß, dass das gesamte Kulturleben der Stadt von Sponsoren abhängig ist." Die Pleite gegangene Investmentbank Lehman Brothers sei einer davon gewesen. Die Sponsoren hätten jetzt kein Geld mehr, um ihrer Pflicht, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, nachzukommen. "In unserer nachchristlichen Gesellschaft war das eine Bedingung für Unsterblichkeit, der Name an einem Raum des Museum of Modern Art."
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