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Krise erfasst chinesische Wirtschaft - Stützung der Exporte


Peking (dpa) - Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat Chinas Wirtschaft im vierten Quartal voll erfasst und sorgt für sinkende Investitionen und eine zurückgehende Produktion. Der Abschwung habe nach dem Exportsektor nun Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche erreicht, sagte der Leiter der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, Zhang Ping, am Mittwoch in Peking. Investitionen und Produktion seien gesunken, die Erträge zurückgegangen und die Arbeitslosigkeit gestiegen. Zhang verwies zudem auf den abflauenden Immobilien- und Automarkt. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Die Turbulenzen an den internationalen Märkten hätten auch das Vertrauen der Investoren in China erschüttert, sagte der einflussreiche Funktionär laut Nachrichtenagentur Xinhua weiter. Die heimische Autoindustrie müsse unterstützt und die Inlandsnachfrage angekurbelt werden. Notwendig seien Sofortmaßnahmen, um die Exporte zu stabilisieren.

Um den Außenhandel anzukurbeln, unternimmt China erste Schritte, die Landeswährung Yuan für den internationalen Handel zuzulassen. Wie Xinhua berichtete, hat die chinesische Führung am Mittwoch ein entsprechendes Pilotprojekt für den Handel mit den Nachbarstaaten beschlossen. Demnach sollen ausgewählte chinesische Wirtschaftszonen ihre Geschäfte mit den Ländern der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN künftig in Yuan abwickeln dürfen. Die Regelung gilt auch für den Handel mit Hongkong und Macao. So soll die chinesische Exportwirtschaft gestützt werden, die stark unter der Wirtschaftskrise leidet. Zugleich sollen die Risiken aus schwankenden Wechselkursen verringert werden.

Der größte Teil der chinesischen Exporte wird derzeit noch in Dollar und in Euro abgerechnet. Experten befürchten angesichts der schwächelnden US-Wirtschaft, dass der Dollar weiter an Wert verlieren wird. Das Handelsvolumen zwischen dem chinesischen Festland und den ASEAN-Staaten sowie Hongkong und Macao betrug im vergangenen Jahr rund 400 Milliarden Dollar - ein Fünftel des Gesamtvolumens.

Der Beschluss der chinesischen Regierung werde die Akzeptanz des Yuan in Asien stärken, sagte der Finanzexperte Zhao Xijun von der Renmin Universität der Nachrichtenagentur Xinhua. Das sei ein erster Schritt, den Yuan auf lange Sicht zu einer internationalen Währung zu machen.

Bereits im November hatte die chinesische Führung angesichts der Wirtschaftskrise ein Konjunkturprogramm im Umfang von vier Billionen Yuan (rund 455 Milliarden Euro) für die kommenden zwei Jahre angekündigt. Davon sollen 45 Prozent in den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Flughäfen oder andere Infrastrukturprojekte fließen, um Beschäftigung und Einkommen zu sichern.
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