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Chefprüfer der US-Aufsicht: Schonungslose Ermittlung im Fall Madoff


Washington/New York (dpa) - Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte um den ehemaligen Broker Bernard Madoff hat der Chefprüfer der US-Börsenaufsicht SEC, David Kotz, eine schonungslose Untersuchung des Verhaltens der eigenen Behörde zugesagt. Die Ermittlungen seien im Gange, und er könne versprechen, dass sie unabhängig und so hart sein würden wie nötig, sagte der SEC- Generalinspekteur nach Medienberichten am Montag in einer Anhörung des Finanzausschusses des US-Abgeordnetenhauses.

Es war das erste Mal, dass sich der Kongress mit dem Skandal beschäftigte. Im Mittelpunkt des Hearings stand die Frage, warum die die SEC-Kontrolleure dem massiven Betrug trotz zahlreicher Warnzeichen nicht auf die Spur kamen. So hatte am Montag das "Wall Street Journal" berichtet, dass die SEC und andere Behörden die Geschäfte Madoffs in den vergangenen 16 Jahren mindestens achtmal unter die Lupe genommen haben. Dennoch flog das mutmaßlich 50 Milliarden Dollar schwere "Schneeball-System" mit vielen Geschädigten auch in Europa nicht auf.

In der Anhörung am Montag kündigte Kotz an, die internen Untersuchungen seines Büros würden noch über den vom scheidenden SEC- Chef Christopher Cox erteilten Ermittlungsauftrag hinausgehen. Demnach sollen auch Kontakte zwischen Mitarbeitern der Börsenaufsicht und der Madoff-Familie unter die Lupe genommen werden. Kotz argwöhnt, dass berufliche und "soziale" Beziehungen zu Madoff das Verhalten der Kontrolleure beeinflusst haben könnten.

Der 70-Jährige Madoff hatte seinen Opfern jahrzehntelang beständig hohe Gewinne versprochen, die er in Wirklichkeit gar nicht erzielt haben soll. An die Investoren schüttete er stattdessen Geld aus, das er von immer neuen Anlegern bekam - ein sogenanntes "Schneeball- System".
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