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Schröder: EU-Kunden dürfen unter Gasstreit nicht leiden
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat einen raschen Kompromiss im russisch-ukrainischen Gasstreit gefordert. Er äußerte Verständnis für die russische Position, die Begleichung ukrainischer Schulden und eine Preiserhöhung "weit unter Weltmarktpreisen" durchzusetzen.
Berlin (dpa) - "Aber es darf nicht sein, dass Kunden in Europa unter diesem Streit leiden", sagte Schröder dem "Handelsblatt" (Freitag). Er ist Aufsichtsratschef des Konsortiums Nord Stream, das die Ostsee-Gaspipeline bauen will.

Schröder schlug eine Internationalisierung der Gaslieferungen vor, um künftigen Streit zu vermeiden. "Denkbar wäre ein internationales, möglichst privates Betreiberkonsortium für die Transitpipeline - bestehend aus Firmen sowohl der Liefer-, Transit- und Kundenländer. Das würde auch die dringend nötigen Investitionen in die Netze und Pumpstationen sicherstellen", sagte Schröder. Die umstrittene Ostsee- Pipeline werde nicht zulasten anderer Lieferwege für Gas nach Europa gehen.

"Die Ostsee-Pipeline bringt ein Stück mehr Versorgungssicherheit und Diversifizierung. Sie steht aber keineswegs in Konkurrenz zu anderen Pipeline-Projekten wie Southstream oder Nabucco. Selbst wenn alle gebaut würden, deckt dies noch nicht den erwarteten steigenden Gasbedarf Europas ab 2015 ab."

Schröder wies die Kritik von CSU-Chef Horst Seehofer zurück, er kümmere sich trotz seiner guten Beziehungen zum russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin nicht um den Konflikt. Er habe schon bei seinem Treffen mit Putin in St. Petersburg betont, dass die Kunden nicht die Leidtragenden sein dürften. "Deshalb sind die Vorwürfe, ich würde zu dem Konflikt schweigen, erkennbarer Unsinn."

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