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Ermittler fanden Schecks in Madoffs Schreibtisch


London (APA/dpa.) - Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte haben Ermittler im Schreibtisch des Wall-Street-Brokers Madoff rund 100 bereits unterzeichnete Schecks im Wert von mehr als 173 Millionen Dollar gefunden. Mit den Schecks habe er unmittelbar vor seiner Festnahme Teile des in seiner Firma noch verblieben Geldes an Verwandte und Freunde verteilen wollen, gab die Staatsanwaltschaft laut US-Medien bekannt.

Die Entscheidung über Untersuchungshaft für den unter Hausarrest stehenden Geschäftsmann wurde erneut vertagt. Auch britische Behörden haben inzwischen Untersuchungen gestartet. Die Ermittler konzentrieren sich nach eigenen Angaben auf Madoffs Geschäfte und seine Opfer in Großbritannien. Die dortige Großbank HSBC etwa beziffert die Einbußen auf bis zu eine Milliarde Dollar (730 Mio. Euro), die Royal Bank of Scotland (RBS) vermutet einen Schaden von 400 Millionen Pfund (440 Mio. Euro).

Madoff hatte Mitte Dezember seinen Söhnen ein jahrzehntelanges gigantisches "Schneeball-System" in einem Volumen von rund 50 Milliarden Dollar offenbart. Ihnen sagte er den Angaben zufolge damals auch, dass er die in seinem Unternehmen übrigen 200 bis 300 Millionen Dollar an mehrere ausgewählte Personen verteilen wolle.

Derzeit steht der jahrelang angesehene Geschäftsmann gegen eine millionenschwere Kaution in seinem New York Nobel-Appartement unter elektronischer Überwachung. Die Staatsanwaltschaft fordert seit längerem Untersuchungshaft. Darüber wolle der zuständige Richter nun an diesem Freitag oder Anfang nächster Woche entscheiden, berichteten das "Wall Street Journal" und andere Medien übereinstimmend.

Madoff hatte seinen Anlegern über Jahrzehnte beständig hohe Gewinne versprochen, die er in Wirklichkeit gar nicht erzielt haben soll. An die Investoren schüttete er stattdessen Geld aus, das er von immer neuen Anlegern bekam - ein sogenanntes "Schneeball-System".

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