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Volkswirte erwarten schrumpfende Wirtschaft im vierten Quartal


Frankfurt/Main (dpa) - Deutschland steckt voll in der Rezession: Die Wirtschaftsleistung ist nach den Prognosen von Volkswirten auch im vierten Quartal geschrumpft. "Wir rechnen damit, dass das BIP zum Jahresende gegenüber dem dritten Quartal um zwei Prozent geschrumpft ist", sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, der dpa am Dienstag in Frankfurt. Dank eines guten Starts ins Jahr 2008 dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Gesamtjahr aber noch um rund 1,3 bis 1,4 Prozent gestiegen sein. Anfang 2008 war das BIP im ersten Quartal real um 1,4 Prozent gewachsen. Von April bis Juni schrumpfte das BIP um 0,4 Prozent, im dritten Quartal real um 0,5 Prozent. Bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit einem Minus bei der Wirtschaftsleistung wird per Definition von einer Rezession gesprochen.

Krämer schätzt das Wirtschaftswachstum 2008 ähnlich wie Kollegen etwa von der Citibank oder der Helaba im Gesamtjahr auf 1,3 Prozent. Im Schnitt rechnen die Volkswirte mit 1,4 Prozent. Für das vierte Quartal gehen Volkswirte durchweg von einem Minus aus. Das Statistische, Bundesamt gibt die Gesamtzahlen für 2008 an diesem Mittwoch (14.1.) in Frankfurt bekannt. 2007 lag das Plus noch bei 2,5 Prozent nach 2,9 Prozent im vorausgegangenen Jahr.

Die Prognosen für 2009 sehen düster aus. Wegen der dramatischen konjunkturellen Lage werden die Erwartungen immer weiter nach unten korrigiert. Deutschland könnte nach Meinung von Volkswirten 2009 auf das sechste Rezessionsjahr seit Gründung der Bundesrepublik zusteuern. Die Wirtschaftsexperten des Münchner ifo Instituts erwarten sogar ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um 2,2 Prozent. Dies wäre die mit Abstand tiefste Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg. Den bisher stärksten Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Leistung gab es als Folge der Ölkrise 1975 mit einem Minus von 0,9 Prozent.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, rechnet mit einem erheblichen BIP-Rückgang im Winterhalbjahr 2008/2009: "Auch im weiteren Verlauf von 2009 sind die Belastungsfaktoren als hoch einzuschätzen. Erst im Zuge der erwarteten weltwirtschaftlichen Belebung in 2010 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder an Schwung gewinnen." Die Finanzmarktkrise wirke sich in Deutschland weiterhin vor allem negativ auf den Außenhandel aus und ziehe einen erheblichen Vertrauensverlust nach sich. Angesichts der eingetrübten Konjunkturperspektiven seien vom privaten Konsum auch 2009 trotz steigender Realeinkommen keine nennenswerten Impulse zu erwarten. dpa hs yyhe n1 jha/bb
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