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Madoff hat Gelder offensichtlich nie veranlagt
Der mutmaßliche Milliarden-Betrüger Bernard Madoff hat die an ihn überwiesenen Gelder - in Summe sollen es 50 Mrd. Dollar gewesen sein - möglicherweise nie wirklich veranlagt. Die Bankauszüge, die die Investoren jedes Monat erhalten haben, dürften demnach von Madoff frei erfunden worden sein, sagen offizielle Vertreter der Fondsbranche.
Wien/Paris/New York (APA) -

Ein brancheneigener Aufseher der Brokerfirmen sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe in seinen Unterlagen keine Hinweise darauf, dass Madoffs Investmentgesellschaft Wertpapieraufträge platziert hätte. Das bedeute, dass Madoff die Aufträge entweder an andere Broker delegiert oder gar nicht erteilt habe. Ersteres wird in der Branche jedoch für unwahrscheinlich gehalten, heißt es.

Der Skandal beschäftigt weltweit viele Anwaltskanzleien. In Österreich rollt eine Klagewelle auf die Bank Medici und die Bank Austria zu. Anlegervertreter im In- und Ausland orten Unstimmigkeiten beim Verkauf von Madoff-Fonds und prüfen eine Haftung. Beim österreichischen Prozessfinanzierer Advofin haben sich über 100 Geschädigte gemeldet.

Am Donnerstag haben ein Dutzend französische Anleger in Paris Klage gegen mehrere Banken, darunter die BNP Paribas, eingebracht. Sie werfen den Finanzinstituten vor, das Geld von europäischen Sparern über den luxemburgischen Fonds "LuxAlpha" der Schweizer Bank UBS bei Madoff-Gesellschaften investiert zu haben. Der erste Gerichtstermin findet am 6. Februar in Paris statt.

Etwa 120 bis 130 Privatpersonen und -stiftungen haben bei Advofin ihr Interesse an einer Sammelklage bekundet, sagte Advofin-Vorstand Franz Kallinger am Freitag zur APA. Auch Personen, "die Herr und Frau Österreicher kennt", seien unter den Opfern. Das Investitionsvolumen bewege sich im zweistelligen Millionenbereich. Vor allem die Bank Austria und die Bank Medici sind im Visier der Juristen  << zurück zur Übersicht