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"Fenster in die Regierungsgeschäfte" - Weißes Haus hat neue Homepage Von Heike Sonnberger, dpa



Hamburg/Washington (dpa) - Es ist an der Zeit, Amerika zu erneuern. Das hat Barack Obama gestern in seiner ersten Rede als US- Präsident verkündet. Erneuert haben er und sein Team bereits die Internetseite des Weißen Hauses. Pünktlich zur Vereidigung wurde Obamas Version des Portals www.whitehouse.gov freigeschaltet. Es soll ein Aushängeschild der Transparenz werden, die Obama seinen Wählern versprochen hat. Oder wie es auf der Seite heißt: "Ein Fenster für alle Amerikaner in die Geschäfte der Regierung."

Das Regierungsportal des 44. Präsidenten der USA ist eindringlicher und farbenfroher als das seines Vorgängers George W. Bush. Die drei textlastigen grauen Spalten sind einem ganzseitigen Fotoelement gewichen. Im Internet häufen sich positive Reaktionen. Ein Nutzer lobt: "Man kann Obama lieben oder hassen (ich glaube nicht, dass jemand ihn hasst), dieser Mann hat einfach Stil."

Keiner seiner Vorgänger hat sich das Internet so geschickt zu Diensten gemacht wie Obama. Bereits während des Wahlkampfes trat er mit seinen Wählern über den Kurznachrichtendienst Twitter oder Netzwerke wie Facebook in Kontakt und sammelte auf seiner Internetseite Spenden in Millionenhöhe. "Ohne das viele Geld hätte er John McCain nicht so leicht geschlagen", sagt Vinzenz Hediger, Präsident der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM).

Auf der offiziellen Seite des White House verspricht Obama nun "die offenste und transparenteste Regierung in der Geschichte". Neben aktuellen Videos, Fotos und einem Blog soll zum Beispiel jeder Gesetzentwurf, dessen Verabschiedung nicht eilt, fünf Tage lang auf der Seite stehen, bevor Obama ihn absegnet oder sein Veto einlegt. Alle Wähler sollen so die Möglichkeit bekommen, ihre Kommentare abzugeben. "Das ist eine weitgehend symbolische Geste", sagt Hediger. Es werde Obama kaum abhalten, ein Gesetz zu unterschreiben, das er für richtig hält.

Die Geste ist jedoch ein wichtiger Baustein einer umfassenden Medienstrategie. Obama könne sich zum Beispiel die Adressen von mehreren Millionen Unterstützern, die sich während des Wahlkampfes auf seiner Seite registriert hatten, nun zunutze machen. "Das ist ein unglaubliches politisches Kapital", erläutert Hediger. Der Präsident könne seine Wähler direkt anschreiben und zum Beispiel darum bitten, in seinem Sinne Druck auf die Abgeordneten im Kongress auszuüben. "Es wird eine Kommunikation zwischen dem Weißen Haus und den Wählern geben, die am Parlament vorbeigeht."

Das Internet hält für Politiker jedoch auch zahlreiche Fallstricke bereit. Die weltweite Gemeinde der Blogger wird weiter genau beobachten, wie sich der mächtigste Mann der Welt präsentiert.
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