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OeNB-Chef: Selbstheilung der Märkte reicht nicht
Bei der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise habe es keinen Sinn, auf Selbstheilungskräfte der Märkte zu vertrauen betonte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, in einer Diskussionsrunde anlässlich der "Europagespräche am Juridicum" am Donnerstagabend. Grundsätzlich müsse man die monetäre Krise von jener in der Realwirtschaft auseinanderhalten.

Wien (APA) -

"Im monetären Bereich ist es die schwerste Krise in der Nachkriegszeit. Man muss rasch und massiv entgegenwirken." Der Notenbankchef sprach sich unter anderem für die Harmonisierung der europäischen Bankenaufsicht aus. Das koordinierte Vorgehen der EU gegen die Krise sei erfolgreich gewesen. Eine expansive Fiskalpolitik eines Landes sei wenig effektiv im Kampf gegen eine internationale Krise, wenn aber eine Mehrheit der EU-Staaten mitmache, dann könne man mit positiven Wirkungen rechnen.

Die Finanzkrise wirkt sich in den EU-Staaten unterschiedlich aus. Während die großen Volkswirtschaften der Union schrumpfen, können einige neue Mitgliedstaaten noch mit Wachstum rechnen. Nowotny räumte ein, dass die EZB nur geringe Möglichkeiten habe, Ländern außerhalb der Eurozone zu helfen. Für die nächsten Monate sei es wichtig, die Stabilisierung der Finanzmärkte voranzutreiben. Außerdem müssten die Folgen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft abgefedert werden, etwa die schleppende Kreditvergabe an die Unternehmen.

Um die Dienstwagen der Direktoren der OeNB, die samt teuren Extras bis zu 130.000 Euro kosten, ist unterdessen eine Diskussion entbrannt, in die sich Vizekanzler Finanzminister Pröll eingeschaltet hat. Pröll meint, "niemand in dieser Republik" könne Verständnis für "solchen Luxus" haben - und sein Ministerium ersucht den Notenbank-Gouverneur Nowotny in einem Schreiben um Auskunft zu den Anschaffungen. OeNB-Präsident Claus Raidl verteidigt dagegen die Dienstkarossen der Notenbanker. Allerdings hat Raidl eine Überarbeitung der Dienstwagen-Regelung veranlasst.

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