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EU-Kommission will Versorgung mit Rohstoffen in EU sicherstellen


Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission will die Versorgung der europäischen Industrie mit wichtigen und seltenen Rohstoffen besser absichern. Industriekommissar Günter Verheugen legte am Dienstag in Brüssel eine Strategie für eine gemeinsame Rohstoffpolitik der 27 Mitgliedstaaten vor. Sie soll Engpässen bei der Versorgung mit Rohstoffen wie Kobalt, Platin, Palladium oder Mangan entgegenwirken. "Wir müssen handeln, damit die Versorgung unserer Industrie mit Rohstoffen nicht ins Stocken gerät", sagte Verheugen. Metallerze wie Kupfer, Nickel oder Zink sind laut Kommission in Europa gar nicht oder nur in geringen Mengen verfügbar.

Verheugen warnte vor einem Versuch von Schwellenländern wie China, sich in rohstoffreichen Ländern vor allem in Afrika privilegierten Zugang zu Rohstoffen zu verschaffen. Menschenrechtler kritisieren, dass China seinen wachsenden Rohstoffbedarf aus Ländern mit Unrechtsregimen in Afrika deckt und diese unterstützt. Zudem behinderten viele rohstoffreiche Länder "mit protektionistischen Maßnahmen Exporte nach Europa, um ihre eigene Industrie zu begünstigen", betonte Verheugen. "Darunter leiden in Europa etliche Industrieunternehmen."

Als Beispiel nannte Verheugen die Handy-Produktion. In einem Mobiltelefon würden 40 verschiedene Stoffe verwendet wie Lithium, Tantal, Kobalt und Antimon. "Diese Stoffe sind immer schwieriger zu bekommen", warnte der deutsche Kommissar. Zudem treibe die steigende Nachfrage aus den Schwellenländern die Preise in die Höhe.

Die EU-Kommission schlägt vor, die Forschungsausgaben zu erhöhen, den Verbrauch von Primärrohstoffen zu reduzieren und mehr Endprodukte zu recyceln. "Produkte, die seltene Rohstoffe enthalten, die wiederverwertet werden können, dürfen nicht im Abfall landen", forderte Verheugen. Zum Anderen gehe es um "den Beginn einer wirklichen Rohstoffdiplomatie". Handelsverzerrende Zölle müssten abgebaut und die europäische Entwicklungspolitik mit der Rohstoffpolitik verknüpft werden. "Es gibt kein afrikanisches Land, für das Europa nicht der wichtigste Partner wäre", sagte er. "Wie das genau aussieht, muss von Fall zu Fall im Dialog mit dem Land entschieden werden."
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