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Statistik-Chef gegen Unternehmerkritik an Informationspflichten


Frankfurt/Main (dpa) - Kritik aus der Wirtschaft an einem zu hohen Dokumentationsaufwand für die amtliche Statistik hat der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, zurückgewiesen. Die Klagen führe er auf einen falschen Eindruck über die tatsächliche Belastung zurück, sagte Egeler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Von allen behördlich veranlassten Informationspflichten machten die Daten für die Statistik nur ein bis 1,5 Prozent aus. "Das kann für manche Unternehmen ein heftiger Brocken sein, aber wenn ich alles zusammen nehme, ist es eben doch ein verschwindend geringer Teil."

Laut Egeler gibt es knapp 10 000 Meldepflichten für Unternehmen. Viele Meldungen gingen beispielsweise an Finanzämter und andere Behörden oder würden für die Sozialversicherung benötigt. Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wenden Unternehmen, die zur amtlichen Statistik herangezogen werden, im Durchschnitt pro Jahr 13 Stunden dafür auf.

Das Statistische Bundesamt bemüht sich laut Egeler, den Aufwand zu senken. So biete es die Möglichkeiten, Informationen elektronisch zu liefern. "Wir sind schon aus Eigeninteresse sehr interessiert daran, diese Zettel, die man früher ausfüllte, beiseitezulegen und die Daten über das Netz geschickt zu bekommen", betonte er. Dazu habe das Bundesamt verschiedene Werkzeuge wie elektronische Meldeformulare entwickelt. Mit manchen Computerprogrammen könnten Unternehmensdaten automatisch erfasst und an das Bundesamt geschickt werden, so dass das Unternehmen nur einen geringfügigen Aufwand habe.

"Wir stecken viel Geld und viel Kraft hinein, um solche Angebote zu machen", sagte Egeler. Die Möglichkeiten würden aber noch nicht in dem Umfang genutzt, wie es die Statistiker gerne hätten. "Die Industrie guckt immer auf die Verwaltung und sagt, Ihr müsst moderner werden. Ich drehe mal den Spieß um und sage: Wir stellen Euch Werkzeuge zur Verfügung, und Ihr nutzt sie nicht". Der Statistik-Chef sieht zudem eine Diskrepanz zwischen Bereitschaft zur Datenlieferung und der Nachfrage nach Daten: "Der, der nicht liefern will, weil's ihm Aufwand macht, ist genau der, der uns am nächsten Tag fragt: Habt ihr's nicht etwas genauer?"

Autor: Michael Biermann, dpa
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