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WTO-Chef Lamy für bindende Regulierung der Finanzwelt


Paris (dpa) - Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy, hat sich für eine bindende weltweite Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochen. "Wir haben Weltorganisationen für den Handel, die Gesundheit, die Umwelt, die Telekommunikation und die Ernährung", sagte Lamy der Zeitung "Le Monde" (Sonntag). "Es bleiben zwei "schwarze Löcher" in der Weltregierung: die Finanzen mit ihren platzenden Blasen und die Migration, wo es keine Blasen, aber tägliche Dramen gibt."

Nötig seien eine "Regulierung der Finanzwelt mit bindenden Regeln und ein Mechanismus der Aufsicht und Sanktionen", sagte Lamy. Bisher zwinge "kein Engagement die Staaten untereinander zur Disziplin, also zur Verminderung der nationalen Handlungsspielräume". Zwei Typen von Gremien kämen infrage: "Entweder der Internationale Währungsfonds und die Finanzminister oder die Zentralbanken, die Aufseher und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich".

Von der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten erwartet Lamy keinen scharfen Richtungswechsel in der Handelspolitik der Vereinigten Staaten, denn die werde parteiübergreifend vom Kongress bestimmt. Der Wandel stecke in Obamas Programm für die Sozialversicherung, die in den USA relativ zum Einkommen geringer sei als in Brasilien. In der kommenden "sehr schweren Rezession" müsse der Freihandel als Dämpfer wirken. "Vergessen wir nicht, dass nach 1929 der "Dominoeffekt" protektionistischer Maßnahmen zu einer Weltwirtschaftskrise und zum schlimmsten bewaffneten Konflikt der Geschichte geführt hat. Die WTO ist aus dieser Katastrophe heraus geboren worden."
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