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China fordert mehr Einsatz der USA gegen Finanzkrise

Berlin (dpa) - China hat im Kampf gegen die Finanzkrise mehr Einsatz von den USA gefordert. Der chinesische Handelsminister Chen Deming sagte am Montag in Berlin, um die Krise zu überwinden, müssten alle Akteure international zusammenarbeiten. "Insbesondere die USA sollten mehr Anstrengungen unternehmen", sagte Chen nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). China wolle einen konstruktiven Beitrag zur Stabilisierung der Weltwirtschaft leisten. Jedes Land müsse aber seine eigenen Maßnahmen wählen. Chen dankte der Bundesregierung für ihre Aktionen zur Stärkung der Finanzmärkte.

Mit dem gewaltigen Konjunkturprogramm von fast 600 Milliarden US- Dollar wolle China seinen 1,3 Milliarden Bürgern die Chance auf mehr Einkommen und Konsum ermöglichen, sagte Chen. Mit dem Ausbau der Infrastruktur solle auch der Wohlstand zwischen Städten und Land gerechter verteilt werden. "Durch mehr Investitionen in die Infrastruktur können wir unsere Probleme lösen."

Die WTO-Gespräche zur weiteren Liberalisierung des Welthandels sollten zu einem Erfolg geführt werden. Glos sagte: "Wir waren uns einig, dass es die falscheste Antwort auf die Herausforderungen wäre, dass man wieder zum Protektionismus zurückkommt." Chen forderte von der Bundesregierung eine Lockerung der Visa-Regeln für Chinesen und von der EU einen Abbau der Handelshemmnisse bei chinesischen Einfuhren nach Europa. Grundsätzlich sei China bereit, den heimischen Dienstleistungsmarkt auch für deutsche Firmen stärker zu öffnen.

Glos sagte, China habe als devisenreiches Schwellenland eine besondere Verantwortung in der Finanzkrise. Er begrüßte das von Peking angekündigte Konjunkturprogramm. Dies eröffne auch gute Liefermöglichkeiten für deutsche Exporteure. Glos rief China auf, sich über seinen Staatsfonds an deutschen Unternehmen zu beteiligen. Über konkrete Projekte, zum Beispiel einen Einstieg bei der Deutschen Bahn, sei aber nicht gesprochen worden. Nach Angaben des chinesischen Ministers wird das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern 2008 die Marke von 100 Milliarden US-Dollar übertreffen. Die deutschen Exporte ins Reich der Mitte waren in den ersten acht Monaten um mehr als 17 Prozent gestiegen.
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