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Die düstere IWF-Prognose für 2009 - Schwere Weltrezession droht


Washington (dpa) - Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2009 die Gesamtheit aller Industriestaaten in eine lange Rezession rutschen. Sie werden zusammengenommen um 0,3 Prozent schrumpfen, erwartet der IWF. Besonders hart dürfte es demnach Großbritannien erwischen, wo die Wirtschaft um bis zu 1,3 Prozent schrumpfen könnte. Auch Deutschland (-0,8 Prozent), Frankreich (-0,5) und die USA (-0,7) müssen sich auf einen harten Abschwung einstellen.

"Wir haben eine Menge neuer Informationen hinzubekommen, und das meiste davon ist negativ", sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard am 6. November in Washington. Der IWF rechnet frühestens Ende des kommenden Jahres mit einer Erholung. Eine so schwere Rezession dürfte nach Expertenmeinung die Arbeitslosenzahlen in vielen Ländern in die Höhe schnellen lassen. In den USA waren bereits im Oktober mit 10,1 Millionen (Quote: 6,5 Prozent) so viele Menschen ohne Job wie seit 14 Jahren nicht mehr.

2009 wird das globale Wachstum laut IWF insgesamt nur noch 2,2 Prozent betragen - der Fonds spricht bei einem weltweiten Wachstum von unter 3 Prozent von Rezession. Die Finanzkrise, die von den USA ausging und dann auf andere Industrieländer übergriff, habe sich außerdem schneller und stärker als erwartet auf Schwellenländer und andere aufstrebende Wirtschaftsnationen ausgedehnt.

Für 2009 erwartet man dort zwar - im Gegensatz zu Industrieländern wie Deutschland und den USA - noch ein Wachstum von knapp über fünf Prozent. Im Oktober waren die Experten aber noch von einem Plus von sechs Prozent ausgegangen. So wird die Wirtschaft in Brasilien nur um 3 Prozent (für 2008 erwartet: 5,2 Prozent), in China um 8,5 Prozent (2008: 9,7), in Indien um 6,3 Prozent (2008: 7,8), in Russland um 3,5 Prozent (2008: 6,8) und im Nahen Osten um 5,3 Prozent (2008: 6,1) wachsen.

Für die dramatisch nach unten korrigierten Wachstumserwartungen sind laut IWF vor allem der Nachfrageeinbruch in den Industriestaaten und verschärfte Kreditbedingungen in Schwellenländern verantwortlich. Um dem globalen Abschwung zu begegnen, riet der IWF zu weiteren Zinssenkungen und staatlichen Konjunkturprogrammen.
dpa ir yyzz w4 kf
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