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Enorme Erwartungen an Weltfinanzgipfel


Washington (APA/ag.) - Mit enormen Hoffnungen auf einen Ausweg aus einer der größten Wirtschaftskrisen aller Zeiten blickt die Welt an diesem Wochenende zum historischen Finanzgipfel nach Washington. Dort wollen die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) den Grundstein legen für eine umfassende Reform des schwer erschütterten globalen Finanzsystems.

Die Reformen sollen verhindern, dass sich eine Krise vom aktuellen Ausmaß wiederholen kann. Als Vorreiter sehen sich dabei die Europäer. Sie dringen auf eine umfassende und lückenlose Überwachung aller Bereiche der weltweiten Finanzindustrie. Als Hemmschuh gelten vor allem die Amerikaner. Dabei spielt auch eine Rolle, dass der künftige US-Präsident Barack Obama, der sein Amt erst im Jänner antritt, an dem Gipfel in Washington nicht selbst teilnimmt.

Die EU und Russland wollen an einem Strang ziehen. Das erklärten der russische Präsident Medwedew und sein französischer Amtskollege Sarkozy als amtierender EU-Ratspräsident im südfranzösischen Nizza nach einem EU-Russland-Gipfel. "Unsere Vorstellungen sind sehr ähnlich", sagte Medwedew. "Wir sitzen alle im gleichen Boot", bestätigte Sarkozy.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel sagte, der Handlungsdruck sei groß genug, um jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. "Wir wollen in Washington erreichen, dass auf der Basis eines zu beschließenden Dokuments Arbeitsaufträge für die nächsten 100 Tage vergeben werden." Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sprach sich zur Ankurbelung der angeschlagenen Weltwirtschaft für abgestimmte Konjunkturprogramme aus.

Der scheidende US-Präsident Bush hatte sich zuvor für eine Reform des Finanzsektors ausgesprochen, zugleich aber vor zu großen staatlichen Eingriffen gewarnt. "Die Geschichte hat gezeigt, dass nicht zu wenig Eingriff der Regierung in die Märkte den Wohlstand bedroht - sondern zu viel." Im Gespräch ist ein baldiger weiterer Gipfel bis März, an dem dann bereits Obama den US-Part übernehmen würde.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die größten Wirtschaftsmächte, die Ärmsten der Welt nicht zu vergessen. In einem Brief an den G-20-Gipfel forderte er umfassende Lösungen für alle Länder der Welt.
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