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Kapitalaufstockung für Banken laut FMA "machbar"

Wien (APA) - Die österreichischen Großbanken müssen der Finanzmarktaufsicht (FMA) und damit der europäischen Bankenaufsicht EBA bis Jahresende ihre Kapitalpläne vorlegen. Das teilte FMA-Vorstand Ettl der APA mit. Bis dann müssen die Banken darlegen, wie sie die neuen Kapitalvorgaben bis Juni 2012 zu erzielen gedenken. Ettl geht davon aus, dass die neuen Zielwerte für die Institute "machbar" sind.

Ettl rechnet damit, dass Vorgaben für die Banken auch ohne zusätzliche Staatshilfe umsetzbar seien. "Natürlich", so fügte er hinzu, stünde das staatliche Bankenpaket als back-up bereit. Laut Nationalbank und FMA ist vor allem von staatlichen Garantien für Emissionen die Rede.

Die "Stresstestbanken" müssen bis Juni 2012 ihr hartes Kernkapital auf neun Prozent aufstocken - staatliches Partizipationskapital ist dabei ausdrücklich weiter anrechenbar. Zum Vergleich: Die alten Vorgaben für dieses harte Kernkapital - im wesentlichen gezeichnete Aktien und einbehaltenen Gewinne, sofern es solche gibt - lagen zuletzt bei nur 2 bis 2,5 Prozent.

Konkrete Zahlen liegen von der Erste Group vor. Sie braucht nach vorläufigen Berechnungen 59 Mio. Euro, um ihr hartes Kernkapital auf neun Prozent zu erhöhen. Die Europäische Bankenaufsicht EBA wird aber noch auf Basis des Abschlusses zum 30. September 2011 den endgültigen Kapitalbedarf eruieren. Die Bank muss das erhöhte Kernkapital bis zum 30. Juni 2012 erreichen.

Einbezogen sind in Österreich neben der Erste Group auch die Raiffeisen Bank International (RBI) und ÖVAG. Sie brauchen zusammen 2,9 Mrd. Euro, um nach Abwertungen von Anleihen von Schuldenländern die Vorgabe zu erfüllen. Liegen alle Daten per Ende September vor, könnte sich diese Zahl noch ändern. Die ÖVAG ist aber in einem Restrukturierungsprozess und könnte - wenn sie weiter wie geplant schrumpft - bald einmal nicht mehr zu den systemrelevanten grenzüberschreitenden Großbanken gehören - somit also auch einmal aus den Stressbanken-Kriterien herausfallen.

Finanzministerin Fekter sagte im "Mittagsjournal", den größten Kapitalbedarf unter den österreichischen Banken habe die Kommunalkredit, diese sei aber verstaatlicht, daher sei die Kapitalerhöhung nicht zwingend nötig. Die ÖVAG habe ohnehin Restrukturierungsmaßnahmen vor, die Erste Group habe mit ihren jüngsten Abschreibungen und dem damit verbundenen Verlust "bereits restrukturiert" und Raiffeisen "wird ein Konzept vorlegen, wo das auch möglich ist".

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