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Ratingagentur S&P stuft massenhaft US-Banken ab


New York (APA/dpa/ag.) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat sich die US-Bankenwelt vorgeknöpft. Die größten Institute des Landes mussten am späten Dienstag nach Börsenschluss eine Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit hinnehmen. S&P begründete den Rundumschlag mit neuen Bewertungskriterien, bei denen die Ratingagentur ein stärkeres Gewicht auf die Krisenfestigkeit der Geldhäuser legt.

Insgesamt habe Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der weltweit 37 größten Banken unter Berücksichtigung strengerer Kriterien überprüft, 15 wurden abgestuft, hieß es. Das Rating des einzigen österreichischen Finanzinstituts auf der Liste, der Bank Austria, blieb stabil.

S&P hatte mitgeteilt, die Kriterien nach über einjährigen Studien überarbeitet zu haben, um das Rating zu vereinfachen. Zugleich verfeinerte die Agentur die Analyse von Bankenkapital und Risiken. Bei der nun veröffentlichten Rating-Aktualisierung blieben 20 Bewertungen unverändert, zwei wurden erhöht.

Bei den US-Banken gab es Senkungen der Bewertung der Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley und von Branchenprimus JPMorgan Chase jeweils um eine Stufe. Das bedeutet, dass es für die Großbanken nun teurer werden dürfte, frisches Kapital aufzunehmen. Denn Investoren lassen sich ein höheres Risiko, dass sie ihr Geld verlieren könnten, mit höheren Zinsen bezahlen.

Dasselbe Schicksal erlitten die schweizerische und die britischen Branchenvertreter HSBC, Royal Bank of Scotland sowie Barclays. Die französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas konnten sich hingegen ebenso wie die Bank Austria ("A") und ihre Mutter UniCredit über eine Bestätigung des Ratings freuen.

Auch die Deutsche Bank behält ihre gute Note "A+" bei. Allerdings senkte S&P den Ausblick von "stabil" auf "negativ". Das bedeutet, dass in der Zukunft eine Herabstufung droht. Die Commerzbank lebt bereits mit diesem Makel. S&P hielt die Bewertung aber weiterhin stabil bei einem befriedigenden "A". h.

S&P und die Rivalen Moody's und Fitch hatten sich in der vergangenen Finanzkrise vorhalten lassen müssen, dass sie zu gut benotet hätten. Trotz Spitzennoten musste der Staat rettend ins Finanzsystem eingreifen und so manche Bank vor dem Kollaps retten. Seitdem drängt die Politik darauf, dass die Ratingagenturen ihre Kriterien überarbeiten und transparent machen.

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