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Ackermann entging Briefbomben-Anschlag


Frankfurt am Main/New York (APA/dpa) - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist einem Briefbomben-Anschlag entgangen. Die Sendung an ihn war eine "funktionsfähige Briefbombe", teilten das hessische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Frankfurt nach ersten Untersuchungen am Donnerstag gemeinsam in Wiesbaden mit. Die Untersuchungen dauerten noch an.

Einzelheiten zur Zusammensetzung des Inhalts könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gesagt werden. Der verdächtige DIN-A5-Umschlag war am Mittwochnachmittag bei der Deutschen Bank eingegangen und den Sicherheitsleuten in der Routine-Überprüfung aufgefallen. Er war an Ackermanns Büro adressiert. Die Polizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf.

Bankmitarbeiter zeigten sich empört über den Anschlagversuch. "Es gibt immer wieder Leute, die denken das wäre eine Lösung", sagte Stefan Popp, als er in der Früh zur Arbeit kam. Als Mitarbeiter fühle er sich aber nicht bedroht. Bankenkreisen zufolge verstärkte die Deutsche Bank weltweit ihre Vorkehrungen. Demnach wird mehr Sicherheitspersonal eingesetzt.

Laut einem hochrangigen Mitarbeiter der US-Strafverfolgungsbehörden enthielt die Sendung vorläufigen Untersuchungen zufolge Sprengstoff und Bombensplitter. Nach Informationen des US-Mitarbeiters war als Rücksendeadresse die ebenfalls in Frankfurt ansässige Europäische Zentralbank angegeben worden. Nach dem Fund seien die Sicherheitsvorkehrungen in den New Yorker Büros des größten deutschen Kreditinstituts erhöht worden.

Ackermann, der den Chefsessel der Bank im kommenden Jahr verlässt, gilt für viele in Deutschland als das Gesicht des Kapitalismus. Als einer der wenigen Manager in Deutschland wird er von Leibwächtern geschützt. Auch als Vorsitzender der internationalen Bankenvereinigung IIF ist der Schweizer in der Euro-Schuldenkrise in den Medien stark präsent. Sein Einsatz für die Belange der Finanzbranche hat ihn bei Bankenkritikern seit längerem zur Zielscheibe der Kritik gemacht.

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