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Internationale Finanzmarktkrisen der jüngsten Zeit


Frankfurt/Main (dpa) - In den vergangenen 20 Jahren gab es eine Reihe spektakulärer Finanzmarktkrisen. Sie erschütterten das Vertrauen der Anleger und belasteten die Wirtschaft - aber nicht in der Größenordnung wie derzeit. Ursachen, Ausmaß und Ablauf der Krisen waren sehr unterschiedlich. Gemeinsam war ihnen aber, dass die Märkte zeitweise nicht mehr effizient Kapital verteilen konnten.

SCHWARZER MONTAG 1987: Der sogenannte "Schwarze Montag" am 19. Oktober 1987 war der erste Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Dow Jones-Index fiel innerhalb eines Tages um 22,6 Prozent. Der Sturz breitete sich auf alle wichtigen internationalen Handelsplätzen aus. Der Dow-Jones-Index hatte sich zuvor innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Die US-Wirtschaft wurde durch eine hohe Inflation und einen Verfall des Dollar geprägt.

Einen konkreten Anlass für den Zusammenbruch gab es nach Einschätzung von Ökonomen nicht. Verschärft wurde der Kurssturz durch die zunehmende Automatisierung des Handels. Der Markt erholte sich jedoch relativ schnell von dem Einbruch. Bereits 15 Monate später hatte der Dow Jones sein Niveau vor dem Börsencrash erreicht. Die US- Notenbank reagierte mit Zinssenkungen. Das Wirtschaftswachstum wurde durch den Einbruch kaum beeinträchtigt.

ASIENKRISE 1997-1998: Die Asienkrise begann im März 1997 in Thailand und griff relativ rasch auf andere sogenannte "Tigerstaaten" wie Indonesien und Südkorea über. Ausgelöst wurde die Krise durch die Entscheidung der thailändischen Regierung, die Bindung des Baht an den Dollar aufzuheben. Dadurch wurde das Land zahlungsunfähig.

Vorangegangen war der Krise ein Konjunkturboom in der Region, der viel ausländisches Kapital angelockt hatte. Eine mangelnde Bankenaufsicht führte dazu, dass Banken faule Kredite anhäuften und sich im Ausland kurzfristig verschuldeten. In der Region kam es zu einer heftigen, aber kurzen Rezession. In den USA und Westeuropa blieben die wirtschaftlichen Folgen eher gering.

RUSSLANDKRISE 1998: Die Asienkrise führte zu einer Neueinschätzung von Risiken und damit in Russland zu einem Abfluss von spekulativem Kapital aus dem Aktienmarkt und sprunghaft steigenden Zinsen. Ausgelöst wurde die Russlandkrise durch die Freigabe des Rubelkurses am 17. August 1998. Russland erklärte sich am 19. August für zahlungsunfähig.

Die Krise führte zu einen zeitweisen Zusammenbruch der Kreditvergabe und des Zahlungsverkehrs. Die durch die Krise ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten führten auch zum Zusammenbruch des Hedge-Fonds Long-Term Capital Management (LTCM). Die US-Notenbank musste die Zinsen senken. Bereits im Jahr 1999 setzte eine Erholung in Russland ein und im Jahr 2000 wuchs die Wirtschaft dort bereits wieder um 10 Prozent.

NEW-ECONOMY-KRISE 2001/2002: Übersteigerte Gewinnerwartungen hatten nach der Jahrtausendwende zu einem dramatischen Kurssprung von Internet- und Telekommunikations- und Technologieaktien geführt. Viele Aktien aus der "New Economy" waren maßlos überbewertet. Nach dem Internet-Boom kam der Zusammenbruch und viele junge Unternehmen gingen pleite. Auch andere Aktien verloren erheblich an Wert.

Eine Reihe von Fehlanreizen, wie die Bezahlung des Managements durch Aktienoptionen und kriminelle Machenschaften verstärkten die Krise. Das Platzen der Spekulationsblase erschütterte nachhaltig das Vertrauen der Anleger. Ein Übriges taten die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die US-Notenbank reagierte mit starken Zinssenkungen und die US-Regierung mit Steuersenkungen. Die radikalen Zinssenkungen der Fed damals haben jedoch nach Einschätzung vieler Experten Kredite zu stark verbilligt. Dies habe den Grundstein für die aktuellen Finanzmarkt-Turbulenzen gelegt, die durch eine Krise am Hypothekenmarkt ausgelöst wurden.
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