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Amerikaner gehen für Europa keine neuen Verpflichtungen ein
Europa ringt um Beiträge für IWF-Hilfen =


Berlin (APA/ag.) - Nach dem Krisengipfel in Brüssel ringen die europäischen Staaten um die Höhe der IWF-Kredite für hoch verschuldete Länder in der Eurozone. Die Europäer können wohl nicht auf Hilfe der USA hoffen. Ein Sprecher von US-Präsident Obama sagte, die Amerikaner würden keine neuen Verpflichtungen eingehen.

Die EU-Staaten hatten sich bis auf Großbritannien am Freitag auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt, um die Schuldenkrise energischer zu bekämpfen. Zudem sollen die Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 200 Mrd. Euro aufgestockt werden, um verschuldeten Staaten zu helfen.

Die Summe müssten die Zentralbanken über neu geschöpfte Kredite liefern. Die Entscheidung soll in den kommenden Tagen fallen. 150 Mrd. Euro kämen dabei aus der Eurozone. Legt man den Kapitalschlüssel der Europäischen Zentralbank zugrunde, müsste Deutschland 27 Prozent oder etwas mehr als 40 Mrd. Euro zusteuern.

Diese Summe könnte aber höher ausfallen, wenn beispielsweise Griechenland, Portugal und Irland, die mit Rettungspaketen gestützt werden, sich nicht beteiligen. Die Deutsche Bundesbank ist bereit, dem IWF zusätzliche Kreditlinien von bis zu 45 Mrd. Euro einzuräumen, wie Vorstandsmitglied Andreas Dombret der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte.

Dänemark, das nicht Mitglied der Eurozone ist, hat bereits erklärt, dem IWF zusätzlich rund 5 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen. Die bilateralen Kredite an den IWF würden wieder nach Europa fließen. Direkt dürfen die Notenbanken der Eurozone ihre Staaten nicht finanzieren.

Die Staats- und Regierungschefs hoffen bei den Hilfen auch auf Unterstützung von anderen Ländern. "Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft parallel Beiträge leisten wird", heisst es in der Gipfelerklärung.

Die Hoffnung auf ein Engagement der USA bekam aber einen Dämpfer. Aus US-Regierungskreisen verlautete am Freitag, man habe nicht die Absicht, beim Kongress um mehr Ressourcen für den IWF zu werben. Ein derartiges Vorhaben würde auf den Widerstand der Abgeordneten treffen, weil es als Rettungsmassnahme für Europa interpretiert werden könnte.

Ähnlich äusserte sich der IWF. Chefökonom Olivier Blanchard sagte, die Beschlüsse seien wichtig und gingen in die richtige Richtung. Sie seien aber nicht die Lösung der Krise, sagte Blanchard am Sonntag auf einer Konferenz in Tel Aviv.

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