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Wirtschaft in der Eurozone rutscht erstmals in die Rezession

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Die Wirtschaft in der Eurozone ist erstmals in die Rezession abgerutscht. Die Wirtschaftsleistung der 15 Länder der Eurozone schrumpfte im dritten Quartal zusammengenommen um 0,2 Prozent, wie das Europäische Statistikamt (Eurostat) am Freitag in Luxemburg mitteilte. Bereits im Quartal zuvor war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone um 0,2 Prozent gefallen. Fachleute sprechen bei schrumpfender Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen von einer technischen Rezession. Die 1999 mit der Einführung des Euro als Buchgeld geschaffene Eurozone umfasst die 15 EU-Staaten, die den Euro als Zahlungsmittel haben.

Deutschland, als größte Volkswirtschaft der Eurozone, zieht damit die anderen Euro-Länder mit in die Rezession. Denn die Wirtschaftsleistung hierzulande schrumpfte im dritten Quartal um 0,5 Prozent nach minus 0,4 Prozent im zweiten. Dies hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bereits am Donnerstag bestätigt. Auch Italien steckt in der Rezession, da die Wirtschaftsleistung des Landes ebenfalls erneut schrumpfte und im dritten Quartal ein Minus von 0,5 Prozent verkraften musste. Vom Sog der Finanzkrise wurden ebenfalls Spanien erfasst, das am Rande der Rezession steht.

Deutschlands wichtigster Handelspartner Frankreich hingegen überraschte - nach einer im zweiten Quartal noch um 0,3 Prozent geschrumpften Wirtschaft - mit einem Mini- Wachstum von 0,1 Prozent. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde. Verantwortlich für die positive Entwicklung im dritten Quartal waren nach Angaben von Lagarde der private Konsum und die Investitionen der Unternehmen. Sie hätten dafür gesorgt, dass Frankreich nun besser dastehe als zum Beispiel Deutschland oder Großbritannien. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird aber auch Frankreich nicht um eine Rezession herumkommen. 2009 werde die französische Wirtschaft voraussichtlich um 0,5 Prozent schrumpfen, hieß es.

Spaniens Wirtschaftsaussichten verdüstern sich dramatisch. Erstmals seit 15 Jahren ist die Wirtschaft des Landes im dritten Quartal geschrumpft - um 0,2 Prozent, wie das Nationale Statistik- Institut (INE) am Freitag in Madrid mitteilte. Nach Ansicht der Experten wird der Abwärtstrend anhalten. Ursache seien der stark gefallene Konsum sowie die anhaltende Finanzmarktkrise. Im vergangenen Jahr war die spanische Wirtschaft noch um 3,8 Prozent gewachsen. Für das stark von der Finanzkrise gebeutelte Großbritannien, das nicht zur Eurozone gehört, wies Eurostat für das dritte Quartal ein Minus von 0,5 Prozent aus.

Als einziges Land der Eurozone verbuchte nur die Slowakei im dritten Quartal ein Plus von mehr als einem Prozent. Das zum Jahreswechsel in die Eurozone aufgenommen Land verzeichnete einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent. Tschechien erreichte immerhin noch ein Plus von einem Prozent.

Trotz der negativen Zahlen wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im Vergleich zum dritten Quartal 2007 noch um 0,7 Prozent. Dieser Zuwachs blieb allerdings auch hinter dem Niveau der Vormonate zurück. Von April bis Juni 2008 hatte die Eurozone verglichen mit dem Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 1,4 Prozent geschafft. Im ersten Vierteljahr war die Wirtschaft noch um 2,1 Prozent gewachsen.

Auch in der Gesamt-EU mit 27 Mitgliedstaaten fiel das BIP im dritten Vierteljahr wie in der Eurozone um 0,2 Prozent. Für das zweite Quartal hatte Eurostat dort aber noch eine Stagnation von 0,0 Prozent - also keinen Rückgang - errechnet. Am stärksten schrumpfte die Wirtschaft mit einem Minus von ein Prozent in Estland.

Die jährliche Inflationsrate der Euro-Zone betrug 3,2 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Im September waren die Preise verglichen mit dem Vorjahr noch um 3,6 Prozent gestiegen. In der Gesamt-EU stiegen die Preise im Oktober um 3,7 Prozent über das Vorjahresniveau.

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