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G-20 bringen Weltfinanzreform auf den Weg
Die führenden Wirtschaftsmächte haben die größte Reform des internationalen Finanzsystems seit mehr als 60 Jahren auf den Weg gebracht. Bei ihrem Gipfeltreffen in Washington verständigten sich 20 Staats- und Regierungschefs am Wochenende darauf, die Finanzmärkte mit einem lückenlosen Überwachungsnetz zu versehen.

Washington (APA/ag.) - Die Gipfelteilnehmer einigten sich auf insgesamt 47 konkrete Reformschritte.

So sollen etwa die Aufsichtsorgane der einzelnen Länder gemeinsame Gremien gründen, die sich um grenzüberschreitend tätige Finanzinstitutionen kümmern. Außerdem sollen Schwellen- und Entwicklungsländer ein stärkeres Mitspracherecht im Forum für Finanzstabilität erhalten, das derzeit von der G-7 der wichtigsten Industriestaaten dominiert wird.

Insgesamt sollen künftig "alle Finanzmärkte, Produkte und Akteure reguliert oder überwacht werden", heißt es im Abschlusspapier des Gipfels. Rating-Agenturen und Hedge Fonds sollen strengeren Regeln unterworfen und Banken dazu verpflichtet werden, ihr eigenes Risikomanagement zu stärken. Die Regierungen wollen zudem gemeinsam gegen "nicht kooperative" Steueroasen vorgehen.

Die internationalen Finanzorganisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Forum für Finanzstabilität (FSF) sollen umgebaut werden, um ihre Effektivität und Legitimität zu erhöhen. Die Weltbank wird damit beauftragt, Programme aufzulegen, die ein anhaltendes Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern sicher stellen. Gleichzeitig bekannten sich die Teilnehmer der zweitägigen Konferenz zur freien Marktwirtschaft und erteilten jeglicher Art von Protektionismus eine Absage.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Man habe "die vernünftige und angemessene Antwort auf die Finanzkrise gefunden", sagte sie. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sprach sogar von einem "historischen Gipfel". Der scheidende US-Präsident George W. Bush sagte, es seien große Fortschritte "bei der Anpassung unseres Finanzsystems an die Realität des 21. Jahrhunderts" gemacht worden.

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