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Japanische Wirtschaft in Rezession


Tokio (APA/ag.) - Japan ist erstmals seit sieben Jahren in die Rezession abgerutscht. Die Wirtschaft des asiatischen Landes schrumpfte im dritten Quartal um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Auf Jahressicht sank die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4 Prozent. Bereits im zweiten Quartal hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft einen Rückgang um 0,9 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2008 verbucht.

Die Zahlen zeigten, "dass die Wirtschaft in einer Rezession ist. Es besteht das Risiko, dass es sich noch verschlechtert", sagte der japanische Wirtschafts-Staatsminister Kaoru Yosano. Analysten hatten für den Zeitraum von Juli bis September zuvor noch ein leichtes Quartalswachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,1 Prozent vorhergesagt.

Japan selbst ist von der weltweiten Finanzkrise deutlich weniger betroffen als etwa die USA und Europa. Zu schaffen macht dem Land, das stark vom Export abhängig ist, aber die international angesichts der lahmenden Wirtschaft sinkende Nachfrage nach japanischen Produkten. Angesichts dieser weltweiten Situation werde die Rezession "nicht kurz oder schmerzlos" sein, sagte die Wirtschaftsprofessorin Noriko Hama von der Doshisha-Universität in Kyoto. "Wenn es zu Finanzkrisen dieses Ausmaßes kommt, erleben wir normalerweise eine Zehn-Jahres-Rezession."

Zuletzt habe Japan in den 90er Jahren in einer solchen langen Rezession befunden, sagte Hama. Davon erholte sich die zweitgrößte Wirtschaft der Welt nur langsam: Über Jahre hinweg hatte das Land immer wieder Rezessionen verzeichnet, hatte sich Ende der 90er Jahre kurz erholt und war dann zuletzt 2001 nach Platzen der Internet-Blase wieder in die Rezession gefallen. Die japanische Notenbank versucht seit langem mit extrem niedrigen Zinsen, die Wirtschaft anzukurbeln. Analysten rechnen nun damit, dass die Zentralbank ihren Leitzins von derzeit 0,3 Prozent auf null Prozent senken könnte.
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