logo
Home
Mein Depot
 Name, WKN, ISIN
LSR
Zeitschriftenverleger: Krise ist auch Chance


Berlin (dpa) - Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sieht trotz der aktuellen Entwicklungen auf dem Markt keinen Grund zum Pessimismus. "Natürlich leiden wir unter der Krise, aber eines ist sicher: Der Zeitschriftenmarkt wird daraus eher gestärkt als geschwächt herausgehen", sagte VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Die Krise biete auch die Chance, sich zu erneuern.

Fürstner betonte, die Entwicklungen hingen vor allem mit den internationalen Einbrüchen auf den Immobilien- und Finanzmärkten zusammen, und verwies auf die Probleme der Autoindustrie und deren Folgen für die Chemiebranche. Am Mittwoch hatte das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr Sparmaßnahmen einschließlich Stellenabbau bekanntgegeben.

"Die Verleger haben aus der geplatzten Blase der New Economy gelernt. Dennoch werden wir alle noch an der einen oder anderen Stellschraube drehen müssen, um die Folgen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für die Medien zu begrenzen", sagte Fürstner. "Es kann sein, dass es nicht immer ohne schmerzhafte Einschnitte geht."

Bei den Zeitschriften sei immer noch Platz für innovative Produkte. Das Magazin "Landlust" sei ein "wunderbares Beispiel von mehreren". Fürstner betonte: "Neben der schnellen elektronischen Kommunikation braucht der Mensch etwas, was das Herz erwärmt." In Zeitschriften sei es möglich, "die Geschichte hinter der Geschichte" zu erzählen. Außerdem stiegen im dritten Quartal die Auflagen für Kinder- und Jugendzeitschriften. "Wir glauben auf keinen Fall an die düsteren Prognosen, dass die junge Generation nicht mehr liest." Das Totenglöckchen der gedruckten Medien zu ringen, sei absurd.

Aktuell gibt es laut VDZ in Deutschland etwa 850 Zeitschriftentitel, deren Auflage regelmäßig ermittelt wird. Auch in schwierigen Zeiten wird demnach ein leichter Zuwachs verzeichnet. "Deutschland ist weltweit ein ganz starkes Zeitschriftenland", sagte Fürstner.

Die Vorgänge bei Gruner + Jahr kommentierte er nicht. Das Unternehmen führt seine Wirtschaftstitel komplett in Hamburg zusammen und schließt den Standort Köln und das Wirtschaftssegment in München. Auf alle Wirtschaftsmedien bezogen fallen laut G+J unterm Strich rund 60 Stellen weg. Das vor drei Jahren gegründete monatliche Personality-Magazin "Park Avenue" wird mit dem Januar-Heft 2009 aus dem Markt genommen. Betroffen sind 23 Stellen.
 << zurück zur Übersicht